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Medienkonferenz mit ExpertenBAG veröffentlicht am Wochenende keine Corona-Zahlen mehr

Experten des BAG informierten über die aktuelle Corona-Situation. Eine Verkürzung der Quarantänedauer komme derzeit nicht in Frage. Wir berichteten live.

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, BAG, während einem Point de presse des BAG zur aktuellen COVID-19-Lage in Liebefeld.
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, BAG, während einem Point de presse des BAG zur aktuellen COVID-19-Lage in Liebefeld.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Das Wichtigste in Kürze

  • 5700 Personen stehen derzeit wegen Kontakt mit einer infizierten Person unter Quarantäne. Nun steht eine Verkürzung der Dauer zur Diskussion.
  • Aktuell nutzen 1,62 Millionen Menschen die Swiss-Covid-App aktiv. Doch die Contact-Tracer kommen an ihre Grenze. Wie weiter?
  • Die Zahl der Covid-19-Todesopfer ist auf 1755 gestiegen. Seit Anfang der Pandemie mussten 4709 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Am Donnerstag vermeldete das Bundesamt für Gesundheit 530 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb eines Tages. Es gab sieben neue Todesfälle und 24 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Die Experten haben einen Überblick über die aktuelle Lage gegeben.

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App soll interaktiver werden

Die Swiss-Covid-App soll interaktiver und damit attraktiver werden. Das hat Mathias Wellig, Geschäftsführer der App-Entwicklungsfirma Ubique Innovation, am Donnerstag vor den Medien in Bern angekündigt.

Matthias Wellig
Matthias Wellig

Die App laufe bisher vor allem im Hintergrund, manchen Benutzerinnen und Benutzern sei das jedoch zu wenig. Deshalb wird die App künftig mehr Informationen (Anzahl Nutzer oder total eingegebene Covid-Codes) bieten. Auch wird es möglich sein, direkt aus der Anwendung andere Menschen auf die App aufmerksam zu machen. Das Update der Swiss-Covid-App soll ab nächster Woche verfügbar sein.

Appell zur Installation

Sang-Il Kim, der Leiter der Abteilung Digitale Transformation beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), rief erneut dazu auf, die App zu installieren.

Sang-Il Kim
Sang-Il Kim

Die Fallzahlen würden aktuell steigen. Man müsse die Eindämmungsmassnahmen unbedingt verstärken. Und da könne die App helfen. Das BAG empfehle deshalb, die App lieber jetzt zu installieren und zu aktivieren und nicht erst später, wenn die Fallzahlen weiter stiegen.

Bezüglich der BAG-Contact-Tracing-Datenbank sagte Kim, diese sei diese Woche gestartet. Die Arbeiten auf Bundesseite seien abgeschlossen, nun seien die Kantone am Zug, die entsprechenden Daten zu liefern. Drei würden dies bereits tun, bis Mitte Oktober solle dies bei allen der Fall sein, die das mit der Datenbank kompatible Sormas-System nutzten.

Acht Kantone verwenden laut Kim aktuell bereits live das Sormas-System, am Schluss werden es sicher 16 sein. Zwei weitere Kantone würden sich überlegen, auf dasselbe System zu wechseln.

Es stehe in der Hoheit der Kantone, diese Daten dem Bund zu senden. Die neuen Contract-Tracing IT-Systeme seien für die Kantone wichtig, da diese Systeme erlauben, einfacher höhere Fallzahlen schneller und effizienter bearbeiten zu können.

Keine Zahlen am Wochenende

Das BAG publiziert die neuen Coronavirus-Ansteckungen künftig nur noch an den Wochentagen.

Virginie Masserey

Die Zahlen von Samstag und Sonntag werden neu jeweils am Montag vermeldet. Das gab Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, am Donnerstag bekannt.

Die Fallzahlen und die Zahl der Todesfälle stiegen kontinuierlich an, ebenso die Zahl der Spital-Einweisungen, sagte Masserey an einer Medienkonferenz in Bern. Das Niveau der Hospitalisationen bleibe aber auf einem absolut akzeptablen Niveau.

Eine Überlastung der Spitäler zu verhindern, bleibe das Hauptziel. Es gelte die Kontakte zu limitieren, ohne aber dabei die Wirtschaft lahmzulegen. Contact Tracing bleibe das beste Mittel. Die Kantone seien hier zum Teil am Limit, würden aber derzeit die Kapazitäten hochfahren.

Ende der Medienkonferenz.

Besten Dank für Ihr Interesse.

Fragerunde

Sind Schnelltests eine Option für das BAG?

Der Vorteil daran sei noch nicht klar, so Masserey. Man müsse das noch prüfen. Zu einer Verkürzung der Quarantäne führe diese wohl eher nicht. Aktuell empfehle das BAG - wie bisher - die PCR-Tests.

Corona-Tests bei der Einreise?

Nur weil jemand bei der Einreise noch nicht positiv getestet wird, heisst das nicht, dass er oder sie nicht infiziert sein könne, so Masserey. Es sei durchaus möglich, dass Symptome erst später entwickelt werden und damit auch erst dann der Test positiv ist.

Verkürzung der Quarantäne?

Dies sei momentan kein Thema, so Masserey. Mit Blick auf die geschätzte Inkubationszeit sei die Quarantäne ohnehin eher kurz, ergänzt sie.

Warum die Contact-Tracing-Daten aus der Waadt im aktuellsten Wochenbericht fehlen

Der Kanton habe davor gewarnt, dass wegen der Überlastung die Daten nicht geliefert werden könnten. Diese Daten seien zwar vorhanden, nur eben noch nicht beim BAG, so Masserey.

Verbesserung und Anwendung der App

Matthias Wellig von der Firma Ubique über Probleme der App. Der Nutzer habe nach der Installation keine Interaktion mit der App - ausser bei einer Warnung. Man wolle via App aber mehr Informationen bekanntgeben. Neu kann man in einem Tab aktuelle Zahlen zur Lage sehen - mit Links zum Bundesamt für Statistik - für Leute, die sich tiefer damit befassen möchten.

Zudem könne man nachschauen, wie viele Covid-Codes bereits gemeldet worden sind. Das werde in Kontext mit allen Fällen gesetzt.

Desweiteren prüfe die App künftig sechs statt wie bisher zwei Mal pro Tag, ob die anonymisierte ID eines Nutzers gespeichert wurde, der einen Covid-Code eingegeben hat.

1,62 Millionen App-Nutzer

Die nationale Datenbank für das Contact Tracing stehe, so Kim. Noch gelte es aber, die Übermittlung der Daten aus den Kantonen sicher zu stellen. Bis Mitte Oktober sollten alle Daten da sein. Acht von 16 Kantone nutzen das Sorma-System - eine Epidemie-Management-Software.

2,3 Millionen Menschen haben die Covid-App heruntergelanden, 1,62 Millionen Personen nutzten diese aktiv.

App und Contact Tracing

Sang-Il Kim, Leiter Abteilung Digitale Transformation, betont erneut die Wichtigkeit der Einhaltung von Abstand, Hygiene- und Schutzmassnahmen.

Die Covid-App werde niemanden aufgezwungen. Sie ist kein absolutes Heilmittel und man dürfe sie auch nicht als Hilfsmittel sehen. Die App könne nur helfen, gerade jetzt, wo die Fallzahlen steigen. Die Eindämmungsmassnahmen müssten verstärkt werden, so Kim: «Installieren Sie die App lieber jetzt, als später, wenn die Fallzahlen wieder steigen.» Persönliche Daten würden über die App nicht gesammelt, der Datenschutz sei gewährleistet, so Kim.

Beginn der Medienkonferenz

Virginie Masserey: «Woche für Woche steigt die Zahl der Hospitalitionen», sagt die Leiterin Sektion Infektionskontrolle zur aktuellen Lage. Die Situation sei aber aktuell noch akzeptabel.

Masserey bemängelt, dass die täglichen Fallzahlen keine gute Übersicht über die Lage gebe. Deshalb werde man künftig am Samstag und Sonntag keine Zahlen mehr veröffentlichen.

Medienkonferenz um 12.30 Uhr

Experten des BAG geben Auskunft über die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz. Mit dabei sind:

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle
  • Sang-Il Kim, Leiter Abteilung Digitale Transformation
  • Matthias Wellig von der Firma Ubique
Bundesrat prüft Lockerungen

5700 Personen stehen wegen Kontakt mit einer infizierten Person unter Quarantäne. Nun steht eine Verkürzung der Dauer zur Diskussion – und sogar der Ersatz durch eine Maskenpflicht. Hier geht's zum Artikel (Abo).

Situation in der Waadt

Die Waadt ist erneut Corona-Hotspot und wird damit zum Problem für das ganze Land. Der Kanton hat nun die «Sozialquarantäne» entwickelt. Was sagt das BAG zur Lage in der Waadt und dem Umgang damit?

Aktualisiert

Für welche Länder nach der Rückreise in die Schweiz eine Quarantänepflicht gilt. Hier gibts die aktualisierte Liste aller Länder und Gebiete – zum Ordnen nach Quarantänepflicht, Staat und Schwellenwert.

Beginn des Live Tickers

red

106 Kommentare
    michael thomas

    Von mir aus brauchen die gar keine Zahlen mehr zu veröffentlichen. Man muss nur das Verhalten der "Masken-Zombies" im ÖV, im Detailhandel und in der Öffentlichkeit beobachten, dann ist klar wohin die Reise geht.