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Blick ins ZeitungsarchivVon gesunden Zähnen und ungeteerten Strassen

Was hat heute vor hundert Jahren in der Region für Schlagzeilen gesorgt? Wir haben für Sie im Archiv nachgeschaut.

Aus dem Archiv der Zürichsee-Zeitung.
Aus dem Archiv der Zürichsee-Zeitung.
Illustration: Olivier Samter

Zähne putzen ist wichtig. Das wird den Kindern in der Schule immer wieder gesagt. Vor hundert Jahren wurde das Thema indes medial noch viel offensichtlicher präsentiert. Das zeigt der Schularztbericht von Stäfa in der rechtsufrigen Zürichsee-Zeitung im Juni 1920. Der Prozentsatz der gesunden und sanierten Gebisse sei «in erfreulicher Weise wiederum gestiegen, indem 30,8 Prozent der Knaben und 31 Prozent der Mädchen gesunde Gebisse aufwiesen». Fünf Jahre zuvor betrug der Wert erst 16,2 Prozent. Der Schularzt schliesst daraus: «Langsam, aber stetig rücken wir dem Ziel, das heisst der zur Allgemeinheit gewordenen Erkenntnis von der Wichtigkeit der Zahnpflege, näher, die schon in frühester Jugend einzusetzen hat, wenn sie überhaupt von bleibendem Nutzen sein soll.» Zufrieden ist der Schularzt trotzdem noch nicht: «Uns schweben die 92 Prozent sanierter Gebisse der Mädchensekundarschule Frauenfeld aus dem Jahr 1918 vor.» Um das Ergebnis zu erreichen, appelliere man daran, «dass in erster Linie das Elternhaus dabei mithilft. Der leider immer und immer wiederkehrende Ausspruch, dass, wenn Vater und Mutter schlechte Zähne haben, die Zähne der Kinder dann auch in jedem Zustand gut genug seien, muss energisch bekämpft werden.»

Eine Aussicht auf Verbesserung ihrer Gesundheit hatten auch die Langnauer. Gemäss «Sihltaler» ging nämlich das Gerücht um, dass die Sihlstrasse im Bereich des Dorfes geteert werden soll, «um die Anwohner von der Staubplage zu befreien. Die von der Staubkalamität Betroffenen werden ohne Zweifel dieser Mitteilung vermehrtes Interesse schenken.» Ein Haken hatte das Ganze aber doch: nämlich die Beitragspflicht der Anstösser. Der «Sihltaler» schloss die kurze Meldung denn auch mit der Hoffnung, «dass das Unternehmen nicht daran scheitern möge». Das liebe Geld war also schon damals immer ein Unsicherheitsfaktor, wenn es um Bauprojekte ging.