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Heute vor 70 JahrenVon der Schulpflicht und belgischen Pilgern

Ein Blick ins Zeitungsarchiv: Was heute vor 70 Jahren in der Region für Schlagzeilen sorgte.

Aus dem Archiv der Zürichsee-Zeitung.
Aus dem Archiv der Zürichsee-Zeitung.
Illustration: Olivier Samter

1950 begann das Schuljahr noch im April und nicht im August. Aber das ist nicht der einzige Unterschied zu heute. Die Schulpflege Uetikon veröffentlichte Anfang April einen Aufruf in der Zürichsee-Zeitung, um die Kinder und ihre Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass die Schule bald wieder losgeht. Oder für einige zum ersten Mal beginnt. Alle vor dem 1. Mai 1944 geborenen Kinder seien schulpflichtig, schreibt die Schulpflege. Die Erstklässler sollten sich im Klassenzimmer von Herrn Gerber zur Einschreibung melden. Der Geburtsschein sei dabei auch vorzuweisen. Während man sich vorstellen könnte, dass sich die neuen Schüler auf ihr neues Abenteuer freuten, dürfte der Enthusiasmus bei den Sekundarschülern bescheidender gewesen sein. Sie wurden nämlich daran erinnert, dass für sie der Unterricht um sieben Uhr morgens beginnt.

Die Zürichsee-Zeitung berichtet auch über ein ungewöhnliches Ereignis am linken Zürichseeufer. In Wädenswil wurde «eine respektable Verkehrsleistung» erbracht. In aller Frühe seien von Basel vier lange Extrazüge eingetroffen, und zwar mit belgischem Wagenmaterial. Das Material war belgisch, weil sich im Zug rund 300 belgische Pilger auf dem Weg nach Rom befanden. Unterwegs wollten sie aber noch einen Zwischenstopp in Einsiedeln einlegen. Daher wurden die langen Züge in Wädenswil mit zwei SOB Motorwagen und «3 schweren Gotthard-Lokomotiven» jeweils in zwei Züge getrennt. Weshalb das nötig war, wird aus dem Bericht nicht ersichtlich. Aber die Zeitung weiss, dass die belgischen Pilger nach dem Besuch von Einsiedeln ihren Weg Richtung Rom fortsetzten.