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Heute vor 50 JahrenVon den Freuden der Zürichsee-Jugend

Ein Blick ins Zeitungsarchiv: Was heute vor 50 Jahren in der Region für Schlagzeilen sorgte.

Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Aus dem Archiv der «Zürichsee-Zeitung».
Illustration: Olivier Samter

Auch vor 50 Jahren vergnügte man sich bei Badewetter wie heute im Nass. Allerdings an einem eher ungewöhnlichen Ort, wie die rechtsufrige «Zürichsee-Zeitung» im Jahr 1970 berichtet. Nachdem in der Nacht «Wassermassen in einer Weise niederzuprasseln begonnen hatten, wie es seit Jahrzehnten kaum mehr der Fall gewesen sein dürfte», wurde die Fussgängerunterführung an der Stäfner Bahnhofstrasse überflutet. Als das Gewitter sich legte, machten sich «Jugendliche ein Vergnügen daraus, im Tunnel einen munteren Badespass aufzuziehen». Zudem wurde in selbiger Ausgabe eine Entschuldigung gedruckt, falls die erhaltene Zeitung ein bisschen feucht sein sollte. Das Erdgeschoss der Druckerei sei unter Wasser gestanden, und mehrere Zeitungspapierrollen seien «recht saftig» durchtränkt worden.

Am linken Ufer gab es bei der Jugend ebenfalls Grund zur Heiterkeit. In der linksufrigen Ausgabe wurde über die Eröffnung eines neuen Ferienheims informiert. Der «oberste Rat der Horgner Jugend» sandte eine Elitetruppe aus, um den «Seehof» – «Zürisee-Chind müend doch en See haa» – in Laax zu beziehen. Diese Truppe bestand aus einer Schulklasse, Pfadfindern sowie einer Gruppe des Kadettenspiels und brachte das Ferienheim mit einem «entscheidenden Angriff, aber friedlichen Mitteln» in den späten Abendstunden in ihren Besitz. Die Jugendlichen betitelten das Gebäude als «Festung der Freude und Erholung». Finanziert wurde das Mehrzweckheim mit 60 Plätzen grösstenteils durch den Nachlass eines Horgner Seidenfabrikanten.