Zürich

Verkauf neuer Dieselautos bricht ein

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sank im Kanton Zürich die Neuzulassung von Dieselautos um gut sieben Prozent – allein im Monat Juli um rund 30 Prozent. Im Gegensatz zu den Neuwagen floriert der Occasionshandel aber nach wie vor.

Hat der Dieselmotor eine Zukunft? Klar ist: alternative Antriebsvarianten holen auf.

Hat der Dieselmotor eine Zukunft? Klar ist: alternative Antriebsvarianten holen auf.

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Die anhaltende Diskussion über die ungewisse Zukunft des Dieselmotors führt jetzt auch im Kanton Zürich zu teils markant sinkenden Verkaufszahlen. Das belegen Recherchen dieser Zeitung. Zürcherinnen und Zürcher haben nach Angaben des Bundesamts für Statistik insbesondere in den Monaten Juli (minus 30 Prozent) und September (minus 18 Prozent) spürbar weniger Neuwagen mit Dieselmotoren gekauft.

«Wenn man täglich negative Meldungen serviert bekommt, verunsichert das die Kunden »

Der Rückgang der Neuzulassungen mit dieser Antriebsvariante betrug in den ersten neun Monaten dieses Jahres gut sieben Prozent. Insgesamt wurden im Kanton Zürich bis Ende September 20 604 (Vorjahreszeitraum: 22 233) Neuzulassungen von Dieselautos registriert.

Auch die Amag Winterthur, einer der führenden Garagenbetriebe in der Region, spürte in den vergangenen Monaten eine tiefere Nachfrage nach Dieselautos. Das sei allerdings auch nicht ­verwunderlich, sagt Amag-Geschäftsführer Urs Amacher. «Denn wenn man in den Medien täglich negative Meldungen serviert bekommt, dann verunsichert das die Kunden mit der Zeit zwangsläufig.»

«Diesel wird gefragt bleiben»

Amacher selber glaubt nach wie vor an die Zukunft des Dieselmotors. «Ich bin überzeugt, dass Dieselautos auch noch in zehn oder zwanzig Jahren gefragt sein werden.» Die aktuell tiefere Nach­frage bei Autos mit Dieselmotoren habe man mit mehr verkauften Benzinern wieder wettgemacht.

Die Amag-Gruppe bietet als Autoimporteurin von VW, Skoda, Seat und Audi derzeit eine Prämie von bis zu 11 000 Franken beim Erwerb eines umweltfreundlichen neuen Autos an. Die Prämie gilt aber nur bei gleichzeitiger Verschrottung eines älteren Dieselautos (Euro-1-bis-4-Norm).

Keine Probleme beim Verkauf von Dieselautos haben derzeit offenbar einzig die Occasionshändler. «Dieselautos sind bei uns nach wie vor sehr beliebt», sagt Verkaufsberater Marco Münger von der Autoshow Aathal AG, dem grössten Occasionshändler der Schweiz. «Unsere Kunden sind in Bezug auf die Dieselautos nicht verunsichert.» Auch Marc Schären, Geschäftsführer des Auto Center Nord in Adlikon, stellt keine rückläufigen Verkäufe bei Personenwagen mit Dieselmotoren fest. Fragen zum Stickoxidaus­stoss gebe es keine. «Der Kunde ist einzig daran interessiert, ob der Verbrauch tief und der Motor stark ist.»

Alternative Motoren holen auf

Ungeachtet dessen verspürten in den letzten Monaten alternative Motoren im Kanton Auftrieb. Neben den Benzinern (plus 2,5 Prozent) waren vor allem Per­sonenwagen mit Hybridmotoren (plus 10 Prozent) und reine Elek-troautos (plus 20 Prozent) gefragt – Letztere auf vergleichsweise tiefem Niveau. Wurden doch im laufenden Jahr gerade mal 947 (Vorjahr: 794) Elektroautos neu zu­gelassen.

(Der Landbote)

Erstellt: 12.10.2017, 10:44 Uhr

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