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Bäckerei Gnädinger hört auf«Uns hat der Mut verlassen»

Yasmine und Andy Gnädinger verkaufen ihre Bäckerei samt dem erfolgreichen veganen Café Sprössling an Buchmann. Weil das Geld für die Sanierung des Traditionshauses fehlt – und wegen Corona.

Warum nicht ganz einfach im Service arbeiten? Co-Geschäftsführerin Yasmine Gnädinger muss sich im neuen Jahr nach einem neuen Job umsehen.
Warum nicht ganz einfach im Service arbeiten? Co-Geschäftsführerin Yasmine Gnädinger muss sich im neuen Jahr nach einem neuen Job umsehen.
Foto: Raisa Durandi

Der vegane Himbeerdonut schmecke fantastisch, «besser als die ganze Konkurrenz in dieser Stadt», sagt Marc Steffner, und der Psychologiestudent nimmt gleich noch einen Biss. Er hat sich gerade eine Auswahl des üppigen, handgemachten Gebäcks als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin einpacken lassen. Im Sprössling, das die Traditionsbäckerei Gnädinger am Schaffhauserplatz gleich gegenüber dem Hauptgeschäft betreibt, ist alles vegan, vom Donut bis zum Kebab.

Hüben wie drüben stehen am Freitag die Leute Schlange. Viele, weil sie am Morgen gelesen haben, dass ihre Lieblingsbäckerei schliesst und an den Konkurrenten Buchmann verkauft wird. Andere, um hier wie jeden Tag das in ihren Augen beste Brot der Stadt zu kaufen: Pensionär Hans Leu etwa, aus Oerlikon mit dem Tram hierhergefahren, ist Fan des Kartoffelbrots. «Und am Samstag komme ich jeweils für den Mohnzopf», sagt er. Leu ist todtraurig, dass die Gnädingers aufgeben. «Warum bloss?»

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