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Milo Rau inszeniert erstmals eine OperUnd für die Vernissage wird ein totes Kind geliefert

Gewalt, Video, echte Flüchtlinge: Der Schweizer Starregisseur setzt in seiner Genfer Aufführung von Mozarts «La Clemenza di Tito» auf bewährte Mittel.

Inspiration im Flüchtlingscamp: Bernard Richter als Titus, Anna Goryachova als Sesto.
Inspiration im Flüchtlingscamp: Bernard Richter als Titus, Anna Goryachova als Sesto.
Foto: Carole Parodi

«Kunst ist Macht» steht auf einem Tuch, das über der Bühne im Genfer Grand Théâtre hängt, und das ist nicht metaphorisch gemeint. Schliesslich entstand Mozarts letzte Oper «La Clemenza di Tito», die im klanglich nicht ganz störungsfreien Stream Premiere feierte, 1791 für die Krönung Leopolds II. als König von Böhmen: für einen Mächtigen also, der sich gern mit der Milde des römischen Kaisers Titus schmückte. Vor allem aber hat Milo Rau, der politischste aller Schweizer Regisseure, mit diesem Stück seine erste Oper inszeniert: Dass er diese Milde hinterfragen würde, war anzunehmen.

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