Impfempfehlung

Zwei Masernfälle an der Uni Zürich

Nachdem zwei Studierende der Uni Zürich am Standort in Oerlikon an Masern erkrankt sind, hat die Unileitung alle Studierenden und Mitarbeiter per Mail aufgerufen, sich impfen zu lassen.

Masernimpfung: Die Uni Zürich ruft nicht geimpfte Studierende und Mitarbeiter auf, das Versäumte nachzuholen.

Masernimpfung: Die Uni Zürich ruft nicht geimpfte Studierende und Mitarbeiter auf, das Versäumte nachzuholen. Bild: Keystone

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Die Masern sind weltweit auf dem Vormarsch. In einem 300000 Einwohner zählenden New Yorker Aussenbezirk ist der Notstand ausgerufen worden, nachdem 153 Fälle bestätigt worden sind. Ungeimpfte Schüler dürfen nicht mehr in die Schule. Auch in der Schweiz wird überall ein Anstieg der Fälle registriert. Im Kanton Bern sind seit Anfang Jahr 37 Fälle aktenkundig. Hot-Spot war eine Rudolf Steiner-Schule in Biel mit nicht geimpften Kindern.

Jetzt sind die Masern auch im Kanton Zürich ein Thema: Für Schlagzeilen sorgen zwei vor kurzem erkrankte Studierende an der Uni Zürich am Standort Oerlikon. Masernfälle sind meldepflichtig. Beim kantonsärztlichen Dienst sind seit Anfang Jahr 14 Fälle gemeldet worden, wie der Sprecher der Gesundheitsdirektion (GD), Daniel Winter, auf Anfrage mitteilt. Letztes Jahr waren es nur sechs Fälle.

Auch für Junge gefährlich

Die Uni Zürich hat mit einer Informationsoffensive reagiert. An 41650 Adressen, davon knapp 30000 Studierende, hat sie ein Mail verschickt, worin sie alle Nicht-Geimpften auffordert, die Impfung nachzuholen. Immun seien nur Geimpfte oder Leute, welche die Masern schon gehabt hätten. Masern seien auch für junge Leute gefährlich. Sie könnten Lungen- oder Hirnentzündung verursachen. An Universitäten, wo sich viele Menschen auf engstem Raum aufhalten, könne sich die Krankheit rasch verbreiten. Der Masernvirus ist laut der Mitteilung der Uni fünf- bis sechsmal ansteckender wie ein saisonaler Grippevirus. Masern können sich durch Husten oder Niesen verbreiten.

Laut Winter hat der kantonsärztliche Dienst das Umfeld der erkrankten Personen kontaktiert und ihnen folgendes Verhalten nahe gelegt: Nicht Geimpfte, die Kontakt mit einer erkrankten Person hatten, sollen sich innerhalb von 72 Stunden nachimpfen lassen. Wer diese Frist verpasst, muss während der Inkubationsfrist von maximal 21 Tagen zuhause bleiben, um niemanden anzustecken.

Hat sich jemand angesteckt, tauchen innerhalb dieser Frist Symptome wie Fieber und Müdigkeit auf. Laut Winter liegt es im Ermessen des kantonsärztlichen Dienstes, ein Zugangsverbot für nicht geimpfte Studierende an der Uni Zürich anzuordnen. Das wäre der Fall, wenn dort weitere Krankheitsfälle auftreten würden.

Impfrate nicht gesunken

Gegen die Masern empfehlen die Ärzte eine Doppelimpfung mit zeitlichem Abstand. Die Durchimpfrate für Masern (Doppelimpfung) lag im Kanton Zürich bei gut 90 Prozent - gemessen bei 16-Jährigen im Jahre 2014. Christoph Berger, Kinderarzt, Infektiologe und Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen, stellt fest, dass die Impfskepis in den letzten Jahren nicht etwa gestiegen, sondern gesunken ist. Im Jahre 2000 waren schweizweit erst 54 Prozent der 16-Jährigen doppelt gegen Masern geimpft. Dieser Anteil stieg bis 2017 auf 94 Prozent.

Die heute 19-Jährigen sind laut Berger also gut geschützt. Anders die heute 35-Jährigen und Älteren. «Ich glaube, viele von ihnen sind sich nicht bewusst, dass sie keinen Impfschutz haben.» Sie bildeten das Reservoir für die weitere Verbreitung der Krankheit. Die Informationsoffensive der Uni findet Berger richtig. «Masern sind gefährlich», sagt er. Besonders für für Immungeschwächte, die sich nicht impfen lassen könnten.

Erstellt: 28.03.2019, 19:44 Uhr

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