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Zürcher Tourismus trotz fehlendem Emir mit 2016 zufrieden

Die Tourismusregion Zürich hat 2016 entgegen dem landesweiten Trend ein leichtes Plus verzeichnet: Mit 5,62 Millionen Logiernächten wurde der Rekord aus dem Vorjahr leicht übertroffen (0,2 Prozent). Ein Hotel-Boom und sinkende Zimmerpreise sowie unerwartete Einzelereignisse wie ein abreisender Emir gelten als Herausforderungen.

Die Tourismusregion Zürich erlebt einen wahren Boom an Besucherzahlen.
Die Tourismusregion Zürich erlebt einen wahren Boom an Besucherzahlen.
Keystone

Die Zunahme ist eindrücklich: Um knapp 30 Prozent ist die Zahl der Logiernächte in der Tourismusregion Zürich in den vergangenen zehn Jahren angestiegen. Wurden 2006 noch 4,3 Millionen Logiernächte registriert, waren es 2016 schon 5,6 Millionen. Die Tourismusregion Zürich, die sich von Baden und Zug über Zürich bis nach Winterthur erstreckt, hat damit vor ein paar Jahren die Region Graubünden überholt und sich zur grössten Tourismusregion der Schweiz gemausert.

Diese Position will die Region Zürich natürlich halten: Sie soll sich in den kommenden Jahren verstärkt als «Hub» weiterentwickeln, wie Guglielmo Brentel, Präsident von Zürich Tourismus, am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz ausführte.

Von Zürich aus liessen sich weite Teile der Schweiz besichtigen und bereisen, sagte Brentel. Denn gerade Reisende aus Übersee würden kaum 14-tägige Bergferien buchen, sondern in ihren Ferien verschiedene Erlebnisse suchen.

Zudem soll der Zürcher Tourismus durch neu komponierte Angebote - wie das im September wieder stattfindende Festival «Food Zurich» - gestärkt werden.

Andere Märkte fangen China-Effekt auf

Die diesbezüglichen Anstrengungen der vergangenen Jahre scheinen sich auszuzahlen: Seit drei Jahren weist beispielsweise die Stadt Zürich «extrem starke Dezember» aus, sagte Martin Sturzenegger, der Direktor von Zürich Tourismus. Er führt dies darauf zurück, dass Zürich unter anderem dank des zusätzlichen Weihnachtsmarktes auf dem Sechseläutenplatz als «Weihnachtsstadt» wahrgenommen werde.

Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich Sturzenegger zufrieden. Wegen der Angst vor Terror seien zwar deutlich weniger Chinesen nach Europa gereist. In der Subregion Zürich, in der China den viertgrössten Auslandmarkt stellt, fiel die Zahl der Logiernächte auf 180'700 (-17 Prozent).

Dieser Rückgang wurde aber kompensiert durch das Wachstum in den führenden Märkten Deutschland (498'200 Logiernächte, 0,2 Prozent), Nordamerika (497'600, 6,6 Prozent) und Grossbritannien (269'000, 0,2 Prozent) sowie durch den Anstieg der Binnenreisenden aus der Schweiz (über 1 Million, 2,5 Prozent).

«Emir von Katar-Effekt»

Auf den ersten Blick überrascht der Umstand, dass in der Region Zürich bei den Reisenden aus den Golfstaaten ein Rückgang auf 158'700 Logiernächte zu verzeichnen ist. Bei diesem Minus um 2,7 Prozent handelt es sich allerdings um keine Trendwende. Die Tourismus-Verantwortlichen sprechen vom «Emir von Katar-Effekt».

Im vergangenen Jahr ist ein Mitglied der Emir-Familie, der jahrelang in einem Zürcher Hotel weilte, mit seiner gesamten Entourage abgereist. «Damit fielen auf einen Schlag rund 30'000 Logiernächte in Fünf-Stern-Hotels weg», sagte Sturzenegger.

Hotel-Boom: 2300 neue Zimmer

Die Zahl der Logiernächte habe 2016 im Vergleich zum Vorjahr gut gehalten werden können, doch seien die Erträge leicht rückläufig, fasste Martin von Moos, der Präsident der Zürcher Hoteliers, das vergangene Jahr zusammen.

Beim Hotelzimmer-Durchschnittspreis war gemäss von Moos eine Reduktion um drei Prozent zu beobachten. Dieser Rückgang sei vor allem auf die Entwicklung bei den Fünf-Sterne-Hotels zurückzuführen.

Es sei absehbar, dass sich der Preiskampf in Zukunft weiter verschärfe, hielt der Hotelier-Präsident fest. Denn bis 2019 werden rund 2300 neue Hotelzimmer geschaffen.

Dieser «Hotel-Boom» sei aber nicht nur mit Risiken behaftet, sondern biete auch Chancen, sagte von Moos. Der Bau neuer Hotels habe bei bestehenden einen Investitionsschub ausgelöst. Zudem könnten durch neue Angebote auch neue Märkte erschlossen oder alte belebt werden.

SDA/mcp

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