Zürich

Wirklich koffeinfrei? In jeder fünften Probe war zu viel Koffein drin

Das Kantonale Labor Zürich hat 50 koffeinfreie Kaffees aus Restaurants untersucht.

170 Milligramm Koffein enthielt ein «koffeinfreier» Kaffee. Das ist gleichviel wie ein hundskommuner Kaffee.

170 Milligramm Koffein enthielt ein «koffeinfreier» Kaffee. Das ist gleichviel wie ein hundskommuner Kaffee. Bild: Urs Jaudas

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Manch ein Kaffeefreund begnügt sich am Abend mit der koffeinfreien Variante, damit die Nacht nicht schlaflos endet. Wie Untersuchungen des Kantonalen Labors Zürich nun aber zeigen, enthalten in Restaurants bestellte koffeinfreie Kaffees nicht selten zu viel Koffein. Das Labor hat im ganzen Kanton 50 Proben genommen und in zehn Fällen - also jedem fünften Kaffee - deutlich erhöhte Werte festgestellt.

Nun muss man wissen: Koffeinfrei bedeutet nicht, dass im Kaffee gar kein Koffein mehr vorhanden ist. Laut Lebensmittelgesetz ist ein Restgehalt von 0,1 Prozent des Wirkstoffs in den gerösteten Kaffeebohnen zulässig. Bereitet man aus solchen Bohnen einen Kaffee zu, resultieren pro Tasse bis zu 8 Milligramm Koffein. Ein herkömmlicher Kaffee enthält dagegen 100 bis 200 Milligramm des Muntermachers.

Gleiche Dosis Koffein wie Cola

Zurück zum Befund des Labors: Zwei der untersuchten Proben enthielten 120 beziehungsweise 170 mg Koffein, was dem Gehalt in einer ganz gewöhnlichen Tasse entspricht. In acht weiteren Proben fanden die Chemiker 14 bis 34 mg des Stoffes. Wie das kantonale Labor schreibt, nimmt man beim Genuss eines solchen Kaffees gleich viel Koffein auf, wie wenn man eine Cola trinken würde.

Fragt sich, was die Ursachen für die erhöhten Werte sind. Das Kantonale Labor schliesst aus Erfahrung praktisch aus, dass die Kaffeeröster unsauber gearbeitet haben. «Viel wahrscheinlicher ist, dass im Restaurant ab und zu ein paar Bohnen des normalen Kaffees bei den Entkoffeinierten landen», schreibt das Labor. Möglich sei auch, dass in der Kaffeemaschine - in den Mahlwerken, den Leitungen oder in den Siebträgern - noch kleine Reste von normalem Kaffee vorhanden seien.

Das Kantonale Labor hat die zehn fehlbaren Restaurateure dazu aufgefordert, «der Trennung der Rohware und der Reinigung der Kaffeemaschine gebührende Aufmerksamkeit zu schenken».

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 15.05.2019, 14:40 Uhr

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