Sturm

Sturm schüttelt Flugzeuge durch

Wegen Sturmtief «Sebastian» mussten am Flughafen Zürich Flugzeuge bei der Landung durchstarten. Die Luftseilbahn Felsenegg in Adliswil musste den Betrieb zeitweise einstellen.

Wegen der heftigen Windböen war die Landung für die Jets am Flughafen Zürich am Vormittag eine Herausforderung. Die meisten Piloten meisterten den Anflug aber problemlos.
Video: Michael Caplazi

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Die angekündigte Kaltfront des Sturmtiefs Sebastian hat den Grossraum Zürich im Verlauf des Vormittags mit stürmischen Böen erfasst. Am Flughafen Zürich mussten wegen der böigen Seitenwinde mehrere Flugzeuge den Landeanflug abbrechen und durchstarten. Das Pistenkonzept wurde deshalb umgestellt, Der Flughafen bestätigte entsprechende Meldungen verschiedener Medien. Eine A380, die aus Singapur kam, wich nach drei erfolglosen Landeversuchen auf den Flughafen Frankfurt aus.

Das an sich ist jedoch nichts aussergewöhnliches. Bei Weststürmen kommt es immer wieder vor, dass Jets in Kloten nicht zur Landung ansetzen können weil sie wegen der Seitenwinde in bedrohliche Schieflage geraten.

Zwei weitere Piloten bekundeten Problem mit der Landung: Eine Airbus A319 von Easyjet, aus Napoli kommend, drehte eine Ehrenrunde, nachdem die Maschine kurz vor der Landung durchstarten musste. Gleiches passierte mit einer Maschine von Qatar Airways - einer Airbus A330, die aus Doha kam. Diese zwei Flugzeuge landeten anschliessend aber sicher in Zürich.

Ebenfalls Auswirkungen hat «Sebastian» auf die Luftseilbahn Felsenegg in Adliswil. Diese musste den Betrieb um 10 Uhr wegen der starken Winde für zwei Stunden eingestellt. Über weitere Schäden oder Verkehrsbehinderungen in der Region ist derzeit nichts bekannt.

Nicht so heftig wie gestern in Deutschland

Das Sturmtief «Sebastian» hatte bereits am Mittwoch mit Orkanböen Norddeutschland heimgesucht. Hierzulande erwarten die Meteorologen ebenfalls verbreitet Sturmböen bis ins Flachland. Der Sturm dürfte aber nicht so stark ausfallen, wie im nördlichen Nachbarland.

Bisher traten im Grossraum Zürich in tieferen Lagen Böen zwischen 60 und 80 km/h auf. In höheren Lagen – zum Beispiel auf dem Uetliberg oder der Lägern – fallen die Böen intensiver aus. Das Windmaximum wird mit dem Durchzug der Kaltfront um die Mittagszeit erwartet.

«Windkanal» in den Tälern der Alpen und Voralpen

Windspitzen von 60 bis 80 km/h sorgen hierzulande in der Regel nicht für grössere Schäden. Weil die Bäume aber noch in vollem Laub stehen, bieten sie dem Wind mehr Angriffsfläche als beispielsweise im Winter. Daher ist es durchaus möglich, dass Äste abbrechen oder sogar Bäume umkippen. Auf Spaziergänge im Wald sollte also derzeit wenn möglich verzichtet werden.

Heftiger war «Sebastian» hingegen in den Tälern der Alpen und Voralpen. Dazu zählen in erweitertem Sinne auch das Linthgebiet und die Walenseeregion. Wegen der Topografie konnte der Sturm dort bei wie in einem Windkanal an Stärke zulegen. Die Folge waren höhere Windspitzen. Das zeigte sich auch anhand der Messwerte: Glarus vermeldete zum Beispiel eine Sturmböe von knapp 90 km/h. (mst)

Erstellt: 14.09.2017, 13:17 Uhr

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