Wetter

Warum es in Richterswil mehr schneien wird als in Winterthur

Die nächsten zwei Tage bringen Schnee bis ins Flachland – wer wieviel abbekommt, ist jedoch Glückssache. Motto: Je näher an den Voralpen, desto mehr.

Solche Szenen sind am Mittwoch und Donnerstag auch im Flachland durchaus möglich – allerdings nicht überall.

Solche Szenen sind am Mittwoch und Donnerstag auch im Flachland durchaus möglich – allerdings nicht überall. Bild: Archiv Johanna Bossart

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In den nächsten Tagen stehen die Zeichen für einmal auch im Flachland auf Winter: Ein kräftiges Sturmtief mit Kern über Polen und Tschechien lenkt feuchte und immer kältere Luft zum Alpenraum. Die Schneefallgrenze sinkt bereits im Verlauf der Mittwochnacht bis ins tiefste Flachland – und dürfte dort bis mindestens zum Wochenende verharren. Die Temperaturen steigen nicht über den Gefrierpunkt.

Wer nun aber denkt, dass der ganze Kanton Zürich von Andelfingen bis Schönenberg gleichmässig im Schnee versinkt, der wird wohl eine herbe Enttäuschung erleben. Für eine «gerechte» Verteilung der Schneemengen ist die anstehende Wetterlage nämlich viel zu dynamisch.

Viel Schnee und zu viel Wind

Was das bedeutet, erklärt Urs Graf, Meteorologe von Meteoschweiz: «Es gibt in den nächsten Tagen eben nicht nur Schnee und kalte Temperaturen, sondern auch viel Wind».

Die Windrichtung spielt dabei das Zünglein an der (Schnee)-Waage. Die Windböen werden aus nördlicher bis nordwestlicher Richtung übers Land fegen. Das hat zur Folge, dass es zu ausgeprägten Luv und Lee-Effekten an den Gebirgen und Hügelzügen kommt. Auf der dem Wind zugewandten Luv-Seite der Berge (also zum Beispiel im Schwarzwald, am Juranordfuss und entlang der Voralpen) stauen sich die Wolken, wobei die Feuchtigkeit in Form von Schnee regelrecht ausgepresst wird.

Das Prinzip von Luv und Lee in einer simplen grafischen Darstellung. Quelle: Wikipedia

Schneeschauer-Lotterie im Unterland

Auf der dem Wind abgewandten Lee-Seite – in diesem Fall das Zürcher Unterland und das Weinland im «Windschatten» von Schwarzwald und Jurabogen – sieht es jedoch anders aus. Die Bildung einer Schneedecke dürfte in diesem Streifen am Mittwoch und Donnerstag reine Glückssache sein. Kräftige Schneeschauer können mancherorts kurzzeitig für Chaos auf den Strassen sorgen – während nur einige Kilometer davon entfernt nichts zu spüren ist. «Das wäre typisch für diese Wetterlage», sagt Urs Graf.

Aus diesem Grund verzichtet Meteoschweiz auch auf die Herausgabe einer Schneewarnung für weite Teile des Kantons Zürich – die Voraussetzungen dafür seien schlichtweg nicht erfüllt. Dennoch sollten vor allem die Autofahrer am Mittwoch und Donnerstag vorbereitet sein. Oder anders gesagt: Wer ohne Winterpneus in einen kräftigen Schneeschauer gerät, läuft Gefahr, dort stecken zu bleiben.

Bis zu 20 Zentimeter am oberen Zürichsee

Je näher man sich jedoch den Voralpen nähert, desto grösser sind die Chancen auf eine ordentliche Ladung Schnee. So liegen in Richterswil oder Hombrechtikon durchaus 15 bis 20 Zentimeter drin. Noch näher an den Voralpen, zum Beispiel im Raum Einsiedeln, wird sowieso tiefster Winter herrschen. Dort erwartet Meteoschweiz bis zu 80 Zentimeter Neuschnee bis am Donnerstagmorgen.

Die winterliche Wetterlage dürfte am kommenden Wochenende zumindest im Flachland wieder zu Ende gehen. Es wird etwas milder, die Schneefallgrenze steigt voraussichtlich auf 600 bis 800 Meter an. Wann genau das geschehen wird, ist aber gemäss Urs Graf noch unsicher. (zsz.ch)

Erstellt: 08.01.2019, 15:04 Uhr

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