Kloten

Vorsichtige Zuversicht bei der Swiss

Die Swiss hat gestern mit Bombardier über die Erprobung ihres neuen Flugzeugs informiert. Läuft alles gut, fliegen die ersten CSeries 100 im Sommer ab Kloten.

Die erste CS100 von Bombardier in den Farben der Swiss beim Premierenbesuch im letzten Juni.

Die erste CS100 von Bombardier in den Farben der Swiss beim Premierenbesuch im letzten Juni. Bild: Archiv ZU

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Am gestrigen Informationsanlass von Bombardier und der Swiss strahlte die Fluggesellschaft viel Zuversicht aus. Im Juni wird die Swiss endlich die erste CS100 erhalten, jenes brandneue Flugzeug, auf das man nun schon jahrelang wartet. Drei bis fünf Wochen lang will man die Maschine dann einfliegen, erklärte Peter Wojahn, Chief Technical Officer und somit Leiter von Swiss Technik. Somit könnten die ersten CS100 im Juli oder August den Flugbetrieb aufnehmen. Auf ein genaues Datum festlegen will sich Wojahn nicht. Zu oft schon hat es unerwartete Verzögerungen gegeben. Längst sollten die CSeries fliegen und die ungeliebten Jumbolinos abgelöst haben.

Duopol fühlt sich bedroht

Das neue Flugzeug wird den Passagieren breitere Sitze und mehr Platz für Gepäck bieten, der Swiss weniger Kerosinverbrauch und bessere Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt den Anwohnern weniger Lärm, wie Bombardier verspricht. Die Verantwortlichen sind denn auch von ihrem Produkt begeistert, welches kein Regionalflugzeug mehr sei, sondern ein richtiges Schmalrumpfflugzeug. So also wie ein Airbus A319 oder eine Boeing 737. Und genau diese Marktführer fühlen sich von Bombardiers CS100 und CS300 denn auch in ihrem Duopol bedroht.

Zu Recht, wenn man bedenkt, dass die CS300, welche die Swiss erhalten wird, die Airbus A319 überflüssig machen werden. Airbus und Boeing haben deshalb möglichen CSeries-Käufern mit tiefen Preisen ihre Flugzeuge schmackhaft gemacht, um Bombardier aus dem Markt zu halten. Die Kanadier haben bisher durchgehalten. Neben den neun CS100 für die Swiss sollen dieses Jahr auch die ersten CS300 an die Air Baltic ausgeliefert werden, nächstes Jahr folgen 30 bis 35 weitere CSeries-Flugzeuge. Peter Wojahn ist überzeugt, dass die Bestellungen zunehmen werden, sobald die Swiss die Weltneuheit quer durch Europa fliegt.

Kinderkrankheiten wie beispielsweise beim Boeing-787- Dreamliner sind bei der Erprobung der CS100 bisher nicht aufgetaucht. In den letzten Wochen flog ein Flugzeug ab Kloten bereits 30 Städte an. Getestet wurden Beladung mit Gepäck, Passagiere ein- und aussteigen lassen, Catering, Pushback, sprich: alle Operationen, welche für einen normalen Flug anfallen. Und dabei hat bisher alles geklappt.

Wieder «richtig fliegen»

Peter Koch, Flottenchef CSeries, ist als Pilot vom neuen Flugzeug begeistert. Man habe das praktische Wissen und die Erfahrung der Swiss gewinnbringend in das Projekt einbringen können, sagt er. Besonders gefällt ihm, dass er als Pilot das Flugzeug steuert und nicht nur den Computer. Er erhalte viel Feedback von den Instrumenten und wisse, wie das Flugzeug auf seine Befehle reagiere, ohne auf die extragrossen Bildschirme zu schauen. Die Swiss-Piloten freuen sich deshalb auf die CSeries, die wieder etwas mehr «richtiges Fliegen» ermöglicht. «Das Projekt war ein Risiko», sagt Koch, «aber es hat sich gelohnt.»

Zuversicht also bei der Swiss. Man hat lange warten müssen und sich dabei geduldig gezeigt, dem kanadischen Partner gar stets öffentlich den Rücken gestärkt. Was Bombardier für die Verspätung an Bussgeldern zahlen muss, dar­über herrscht Stillschweigen. Für Passagiere, Flugzeugfans und Anwohner ist das auch bald egal. Die Weltneuheit CS100 wird ihnen noch diesen Sommer beweisen können, ob sich das Warten gelohnt hat. ()

Erstellt: 24.03.2016, 09:59 Uhr

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