Wetter

Trotz Gewitter: Böden sind immer noch stark ausgetrocknet

Die Gewitter vom Mittwoch haben zwar etwas Regen gebracht. Die Trockenheit konnten sie aber nicht lindern. Das zeigt der Blick auf das gemeinsame Bodenfeuchte-Messnetz der Ostschweizer Kantone.

Der Gewitterregen vom Mittwoch war vielerorts zu wenig ergiebig, um die Trockenheit zu lindern. Es muss weiterhin bewässert werden.

Der Gewitterregen vom Mittwoch war vielerorts zu wenig ergiebig, um die Trockenheit zu lindern. Es muss weiterhin bewässert werden. Bild: Keystone

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Die Gewitter vom Mittwoch brachten die ersehnte Abkühlung. Nicht viel ausgerichtet haben sie aber gegen die Trockenheit. Der Regen war zu wenig ergiebig und nicht flächendeckend.

Das zeigt eindrücklich der Blick auf das Bodenfeuchte-Messnetz, das die Ostschweizer Kantone Zürich, St. Gallen, Glarus, beide Appenzell, Schaffhausen, Thurgau und Graubünden zusammen mit dem Fürstentum Liechtenstein betreiben.

An dieses Netz angeschlossen sind rund zwei Dutzend Messstationen. Mit sogenannten Tensiometern - Rohre, die knapp einen Meter in den Boden eingelassen sind - wird dort die Saugspannung des Bodens und somit die Bodenfeuchte gemessen (siehe Info-Kasten).

Trocken bis sehr trocken

Normalerweise dienen diese Messungen der Bauwirtschaft. Erd- und Aushubarbeiten gehen in trockenen Böden besser vonstatten, als in feuchtem Untergrund. Das Messnetz zeigt also den Baufirmen an, ob die Bedingungen für den Bau gut oder eher schlecht sind.

Nun zeigen die Messstationen eindrücklich, wie sehr dem Boden bis in etwa 40 Zentimeter Tiefe die Feuchtigkeit fehlt. Sämtliche Stationen des Messnetzes erscheinen derzeit in grüner Farbe, was trocken oder sogar sehr trocken bedeutet. Einzig die Station in Rafz gibt genug Feuchtigkeit an. Eine Nachfrage bei der für die Messungen zuständigen Bodenschutz-Fachstelle des Kantons Zürich zeigt aber: Es handelt sich um einen Fehler.

Gemessen wird jeweils ein Wert im Oberboden (20 Zentimeter Tiefe) und im Unterboden (40 Zentimeter Tiefe). Je höher die Messwerte, desto trockener der Boden. Wenn 0 bis 6 Centibar (cbar) gemessen werden, ist der Boden gesättigt bis sehr nass. 20 bis 50 cbar bedeuten trocken und bei Werten über 50 cbar ist der Boden sehr trocken.

Staubtrocken im Unterland und im Weinland

Besonders stark ausgetrocknet sind die Böden demnach derzeit im Zürcher Unterland und im Zürcher Weinland. An den Messstationen Bülach, Tänikon und Thalheim zeigt das Tensiometer im Ober- wie auch im Unterboden 70 bis 90 cbar an. Oder anders ausgedrückt: Die Böden sind dort staubtrocken.

Etwas weniger prekär präsentiert sich die Lage im Zürcher Oberland (Bauma, Gossau) und in der Zürichseeregion (Wädenswil, Uznach). Im Oberboden liegen die Werte hier bei 55 bis 75 cbar, im Unterboden bei 25 bis rund 50 cbar.

Der Grund dafür: In den letzgenannten Regionen hat es im Juli etwas mehr geregnet als im Weinland, im Zürcher Unterland und rund um Winterthur. Ähnlich trocken war es gemäss den Archivdaten ausgewählter Stationen übrigens Ende Juli 2006.

Die Messwerte zeigen: Ein paar Gewitterschauer reichen nicht aus, um das Regendefizit seit Anfang Juli zu kompensieren. Nötig wäre ein flächendeckender Landregen, der mindestens 20 mm Regen pro Quadratmeter bringt. Immerhin: In den kommenden Tagen soll es gemäss Meteorologen immer wieder mal nass werden. ()

Erstellt: 23.07.2015, 15:43 Uhr

Tensiometer

Rohr misst die Saugspannung des Bodens

Mit dem Tensiometer, einem rund 70 Zentimeter langen Rohr, wird die Saugspannung des Bodens in einer Tiefe von 20 (Oberboden) und 40 (Unterboden) Zentimeter gemessen. Das Rohr wird mit Wasser gefüllt. Unter dem Rohr befindet sich eine Feuchtigkeits-durchlässige Keramikkerze.

Das Wasser wird durch diese Kerze in den Boden gesogen. Dadurch entsteht in dem Rohr ein Unterdruck. Dieser wird gemessen. Je höher Saugspannung und Unterdruck sind, desto trockener sind die Böden. Gemessen wird in der Einheit cbar (Centibar). 1 cbar entsprechen einer Wassersäule von 10 Zentimetern. (mst)

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