Swiss

Treffen sich ein Avro und eine C-Series…

Der Jumbolino geht in Pension, die CS100 kommt neu in die Flotte – Was sich die beiden Flieger wohl nachts im Hangar zu sagen hätten? Eine Antwort auf diese Frage liefert ein Werbe-Kurzfilm, den die Swiss jüngst auf Youtube veröffentlicht hat.

«Meine sanftesten  Landungen hatte ich nicht in London-City», gesteht der altgediente Jumbolino (links) seiner Nachfolgerin. Im Abschieds-Spot für den Avro RJ 100 hat die Swiss durchaus auch Seitenhiebe untergebracht.

«Meine sanftesten Landungen hatte ich nicht in London-City», gesteht der altgediente Jumbolino (links) seiner Nachfolgerin. Im Abschieds-Spot für den Avro RJ 100 hat die Swiss durchaus auch Seitenhiebe untergebracht. Bild: Youtube

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«Ich hab gehört, dass ich von Zeit zu Zeit in diesen Hangar zurückkommen muss und die Mechaniker einen Check-Up durchführen würden», meint der junge C-Series-Flieger. «Stimmt», antwortet der altgediente Jumbolino. «Aber keine Sorge, die Techniker schauen gut zu einem – und dabei hab ich sie jeweils nicht gerade geschont».

«Meine sanftesten Landungen hatte ich nicht in London-City», gesteht der altgediente Jumbolino (links) seiner Nachfolgerin. Im Abschieds-Spot für den Avro RJ 100 hat die Swiss durchaus auch Seitenhiebe untergebracht. Quelle: Youtube

Die beiden Flieger der Swiss stehen im Hangar; der müde Brite, der schon so viel erlebt hat, und die junge, moderne Kanadierin, die vor lauter Aufregung nicht einschlafen kann. Soweit die szenische Ausgangslage zum Kurzfilm «Avro RJ100 - an aircraft legend leaves the Swiss fleet», in dem sich die Airline ausgemalt hat, was sich die beiden Maschinen wohl so mitzuteilen hätten. Es ist ein vierminütiger Werbespot geworden – mit einem Hauch von Disneys «Planes» im Drehbuch.

«Warst du schon mal auf dem Flughafen London City?», fragt die CS-100. «Natürlich», sagt der Avro, «ich bin schliesslich fast schon so britisch wie die Queen». Der steile Anflug dort sei schon herausfordernd – aber die Swiss-Piloten würden auch eine CS-100 bestimmt sicher dorthin bringen, meint er, «nur manchmal, sagen wir so: Meine saftesten Landungen hatte ich an anderen Orten.»

Im Dialog sind also durchaus einzelne Seitenhiebe und Anspielungen auf die Geschichte des Avros versteckt. So steckt auch der Feststellung des Jumbolinos, dass er die Mechaniker «nicht gerade geschont» habe, ein Fünkchen Wahrheit: Besonders in der Anfangsphase galten die Avros als problemanfällig, später immerhin noch als besonders wartungsintensiv.

Die letzten Crossair-Spuren

Mit der Ausflottung des Jumbolino haben nunmehr die letzten Überbleibsel der einstigen Crossair die Flotte der Swiss verlassen. Bei der im Film verwendeten Maschine mit der Kennung HB-IYZ handelt es sich um den Flieger, der am 15. August den Letztflug von Genf nach Zürich unternommen hatte, an seinem bereits 6853. Betriebstag. Denn auch wenn der Avro im Film sich an seinen «ersten Flug für die Swiss» erinnert – die Maschine war am 24. November 1998 fabrikneu an die Crossair ausgeliefert worden.

Nach dem Grounding der Swissair wurde sie 2002, zusammen mit 20 weiteren Jumbolinos, von der Swiss, und später von der Tochter Swiss European, beziehungsweise Swiss Global Airlines übernommen. «Bevor ich jetzt in Pension gehe, trete ich noch ein letztes Abenteuer an», flüstert der Avro der C-Series im Hangar zu.

Tatsächlich wird HB-IYZ an die kanadische Firma Tronos Aviation veräussert, die mehrere Jumbolinos für andere Airlines einsetzt. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 29.08.2017, 17:50 Uhr

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