Winterthur

Tanzdemo: Juristisches Hickhack geht weiter

Das Strafverfahren gegen die Polizei wird nun doch nicht eingestellt. Der Anwalt der an einem Auge schwer verletzten Teilnehmerin der «Tanz-dich-frei»-Demo hat Beschwerde eingelegt.

Die «Tanz-dich-frei»-Demonstration am 21.September 2013 beschäftigt die Justiz auch weiterhin.

Die «Tanz-dich-frei»-Demonstration am 21.September 2013 beschäftigt die Justiz auch weiterhin. Bild: Heinz Diener

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Das juristische Seilziehen rund um den Fall einer jungen Frau, die an der Tanzdemo «Standortfucktor» im September 2013, an einem Auge schwer verletzt wurde, geht weiter. Die Strafanzeige, welche die damals 19-jährige Frau «gegen unbekannte Polizisten von Stadt- und Kantonspolizei» wegen einer vermuteten Gummigeschossverletzung einreichte, wird nicht ad acta gelegt.

«Es gibt einige Ungereimtheiten»

Denn ihr Anwalt, AL-Kantonsrat Markus Bischof, hat gegen eine entsprechende Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich Beschwerde beim Zürcher Obergericht eingelegt, wie er heute auf Anfrage des «Landboten» bestätigt. Es gebe nach wie vor einige «Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz», begründet Bischof den Entscheid.

Die Staatsanwaltschaft I kam in ihren Untersuchungen jedoch bisher zu einem anderen Schluss. So steht in der Einstellungsverfügung vom 5. Februar, die dem «Landboten» vorliegt, beispielsweise: Aufgrund der Untersuchungsergebnisse könne «niemand für das schicksalshafte Ereignis, welches die Geschädigte ereilte, zur Verantwortung gezogen werden».

Denn nachdem das Videomaterial aus der Demonstrationsnacht eingehend geprüft worden sei, erscheine es als «sehr unwahrscheinlich», dass zum Zeitpunkt der Augenverletzung ein Polizeiangehöriger so nahe stand, dass ein Gummigeschoss die Verletzung hätte verursachen können. Die Staatsanwaltschaft nannte unter anderem einen Ellbogen- oder Stockstoss als andere mögliche Ursache. Zudem würden «keinerlei Anhaltspunkte» vorliegen, wonach der Einsatz von Gummischrot nicht verhältnismässig gewesen sei.

Für die Stadtpolizei Winterthur ist das Thema auch in anderen Gebieten noch nicht abgeschlossen. Heute Donnerstag hat die Stadtpolizei ihre Bilanz zu dem aufgrund der «Tanz-dich-frei»-Demo eingesetzten Kultur-und Gastromanagers gezogen.

Mehr dazu lesen Sie im «Landboten» von morgen. (zsz.ch)

Erstellt: 18.02.2016, 16:07 Uhr

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