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SVP und FDP sehen sich in ihre Dauerkritik an der SP-Stadträtin bestätigt

Die Zürcher Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) tritt am 4. März nun doch nicht mehr zur Wiederwahl in den Stadtrat an. Im Stadtspital Triemli wurden «reglementswidrige Verbuchungen von Honoraren» vorgenommen.

SP-Stadträtin Claudia Nielsen zog gestern ihre Stadtratskandidatur zurück.
SP-Stadträtin Claudia Nielsen zog gestern ihre Stadtratskandidatur zurück.
Keystone

«Ich bin extrem überrascht, ja schockiert über diese Wende», sagt Markus Kunz, Fraktionschef der Stadtzürcher Grünen. Claudia Nielsen sei zwar eine verdiente Stadträtin, aber ihr Entscheid komme für die SP zum «dümmstmöglichen» Zeitpunkt. Mutig sei der Schritt dennoch: «Sie hätte auch versuchen können, die Kritik auszusitzen.» Kunz glaubt, dass die Chancen der grünen Kandidatin Karin Rykart nun eher steigen.

Sehr überrascht gibt sich auch AL-Fraktionschef Andreas Kirstein. Er habe grossen Respekt vor Nielsen. «Ich hätte mir aber etwas mehr Standfestigkeit von ihr erhofft.» Die Wahlchancen von AL-Stadtrat Richard Wolff hält er für unverändert gut. Dass dieser ein Wackelkandidat sei, entspreche bürgerlichem Wunschdenken. Unerfreulich findet Kirstein, dass die Linke nun einen Sitz im Stadtrat zu verlieren droht.

GLP wittert Chancen

Steigende Chancen für ihren Kandidaten Andreas Hauri sieht die GLP. «Weil er leicht links der Mitte politisiert, ist er für linke Wähler nun erst recht eine Option geworden», sagt Co-Präsidentin Maleica Landolt. Sie findet, Nielsen habe die richtige Konsequenz gezogen. Der Druck sei übergross geworden. «Ich glaube nicht, dass sie einen einsamen Entscheid gefällt hat», sagt Landolt. Die SP müsse in irgend einer Weise involviert gewesen sein.

Rückzug unumgänglich

Die SVP bezeichnet Nielsens Rückzug nach den neuerlichen Unregelmässigkeiten am Triemli als unumgänglich. «Die zutage getretenen Verfehlungen übersteigen die Vorstellungskraft», sagt Parteipräsident Mauro Tuena. Falls die SP nun eine Ersatzkandidatur aus dem Hut zaubere, sei dies unglaubwürdig. Tragisch sei, dass die Partei Nielsen allein habe vor die Medien treten lassen, um ihren Rückzug publik zu machen. Im Übrigen habe die SVP Nielsen schon immer hart kritisiert. Zu recht, wie die neuen Enthüllungen nun zeigten.

Severin Pflüger, Parteipräsident der FDP, bezeichnet Nielsens Rückzug als überfällig. Die neuesten Unregelmässigkeiten zeigten, dass in Zürich längst nicht alles so gut laufe, wie die SP immer hehaupte. Nielsens Schritt erfolge zum letztmöglichen Zeitpunkt. Sie und ihre Partei versuchten damit «zu retten, was noch zu retten ist». Für das bürgerliche Wahlbündnis bedeute die neue Ausgangslage leicht bessere Chancen. CVP-Kandidat Markus Hungerbühler sieht das ähnlich: «Meine Chancen haben sich sicher nicht verschlechtert.»

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