Zum Hauptinhalt springen

Stokys will im Internet durchstarten

Die Spielzeugfirma Stokys sammelt Geld für eine neue Internetplattform. Die Reaktionen lassen die Traditionsfirma auf einen Aufschwung hoffen.

Firmenchef Beat Schaufelberger mit einem Stokys-Flugzeug in der Fabrikhalle in Bauma.
Firmenchef Beat Schaufelberger mit einem Stokys-Flugzeug in der Fabrikhalle in Bauma.
Marc Dahinden
Bei vielen wecken die Stokys-Baukästen schöne Erinnerungen an die Kindheit.
Bei vielen wecken die Stokys-Baukästen schöne Erinnerungen an die Kindheit.
Marc Dahinden
Die Bauteile werden seit rund zehn Jahren in Bauma an alten Maschinen hergestellt.
Die Bauteile werden seit rund zehn Jahren in Bauma an alten Maschinen hergestellt.
1 / 6

Spielzeuge von Stokys sind für viele nach wie vor Kult, auch wenn es um die Firma mit Sitz in Bauma lange ruhig geblieben ist. Nun wagt der Traditionsbetrieb einen neuen Anlauf und macht mit einer Sammelaktion auf sich aufmerksam: Auf der Internetseite «Wemakeit» sucht Stokys per Crowdfunding Sponsoren für die Entwicklung einer eigenen Internetplattform. Mit Erfolg. Schon nach wenigen Tagen erhielt die Firma die Hälfte des angestrebten Betrags von 94 000 Franken zugesichert. Die Summe wächst stetig. Die Geldgeber erhalten als Gegenleistung etwa Stokys-Artikel oder Zutritt auf die neue Plattform.Das Echo auf die Aktion ist gross. Verschiedene Zeitungen berichteten darüber, die Firma hat diverse Rückmeldungen von Fans erhalten. «Das Projekt läuft sensationell», sagt Geschäftsführer und Inhaber Beat Schaufelberger. «Sehr vielen ist es offensichtlich wichtig, dass es uns weiterhin gibt.» Ziel der Aktion ist es, die Nostalgie der Firma mit modernen Absatzkanälen im Internet zu kombinieren.

Denn für die Firma wurde zunehmend zum Problem, dass die meisten nur einmal einen robusten Spielzeug-Baukasten kaufen, da diese praktisch ewig halten. Oftmals werden die Bauteile mit den weissen Lochblechen weiterverschenkt, teilweise über Generationen. Die lange Haltbarkeit will die Herstellerfirma nun nutzen, um wieder Kunden zurückzugewinnen.

Inhaber sieht viel Potenzial

Auf der geplanten Internetplattform sollen Abonnenten Ideen für Weiterentwicklungen der Spielzeuge erhalten oder Ersatzteile und neue Modelle bestellen. Zudem sollen Zusatzteile dank Vorlagen bequem zuhause auf einem 3-D-Drucker hergestellt werden können. «Nur noch Teile produzieren reicht heute nicht mehr», sagt Beat Schaufelberger. Er arbeitet seit drei Jahren für die Firma, vor rund eineinhalb Jahren hat er die Aktienmehrheit des Kleinbetriebs übernommen. Seither wird etwa vermehrt auf Kundeninformationen über die Internetseite und auf Newsletter gesetzt.

"Sehr vielen ist es offenbar wichtig, dass es uns weiterhin gibt."

Beat SchaufelbergerStokys-Chef

Neu lanciert wurde Stokys vor rund zehn Jahren. Damals zog die Firma vom Kanton Zug nach Bauma in eine kleine Fabrikhalle. Ziel der Investoren war es nicht, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern möglichst viele Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. Dieses Ziel hat sich nicht verändert. Ein Grossteil der Arbeit wird weiterhin ehrenamtlich geleistet. Zum Beispiel von Pensionär Ernst Leimbacher, der gratis in den Fabrikhallen in Bauma arbeitet, um die Firma zu unterstützen. Die zahlreichen Rückmeldungen auf die Internetaktion stimmen Beat Schaufelberger zuversichtlich. «Stokys hat weiterhin Potenzial.» Er schätzt, dass mindestens jeder zweite Erwachsene über 40 in der Schweiz Stokys-Spielzeug kennt.

Grund dafür ist der Erfindungsreichtum der Gebrüder Stockmann aus Luzern. Sie entwickelten mitten im zweiten Weltkrieg eine Alternative zu den damals bekannten Meccano-Metallbaukästen. Im Jahr 1982 verkauften sie die Firma. Seither gab es mehrere Besitzerwechsel.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch