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Umweltaktivisten kaperten Shelltankstellen

Heute früh ketteten sich Greenpeace-Aktivisten an die Zapfsäulen der zehn Zürcher Shelltankstellen. Sie protestieren gegen Bohrungen in der Arktis.

Mit einem speziellen Banner wollen die Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass Öl aus riskanten Bohrungen bald auch in der Schweiz verfügbar sein könnte: Eine Shelltankstelle im Zürcher Seefeld.
Mit einem speziellen Banner wollen die Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass Öl aus riskanten Bohrungen bald auch in der Schweiz verfügbar sein könnte: Eine Shelltankstelle im Zürcher Seefeld.
Keystone

Wer heute Morgen in Zürich tanken wollte, musste an der einen oder anderen Tankstelle vorbeifahren. Grund war nicht etwa, dass dort das Benzin ausgegangen war, sondern dass die Zapfsäulen durch Greenpeace-Aktivisten blockiert werden. Betroffen sind derzeit alle zehn stadtzürcher Shelltankstellen, sie ein Sprecher von Grennpeace sagt.

Die rund 85 Aktivistinnen und Aktivisten, die laut Greenpeace aus ganz Europa stammen, protestieren gegen die Bohrungen in der arktischen Tschuktschensee, die am 1. Juli starten sollen. Die Bohrungen seien riskant; nicht nur eine einzigartige Tierwelt sei durch die Aktivitäten von Shell in diesem Gebiet gefährdet. Die Aktivisten sind der Meinung, es stehe auch die Chance auf dem Spiel, die Klimaerwärmung zu verhindern. «Sollte Shell in der Tschuktschensee Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung selber die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des vorgesehenen Förderzeitraums von 51 auf 75 Prozent» schreibt Nadine Berthel, Leiterin der Arktiskampagne von Greenpeace in der heute verschickten Medienmitteilung.

Polizei ist vor Ort

Trotz dieser Bedenken habe die US-Administration Mitte Mai den Weg frei gemacht für die Probebohrungen. Greenpeace weist darauf hin, dass wegen der tiefen Temperaturen in der Arktis Öl nur sehr langsam abgebaut werden kann. Gleichzeitig wäre es unmöglich, auslaufendes Öl unter einer geschlossenen Eisdecke zu stoppen.

Wie lange die Aktivisten die Tankstellen noch besetzt halten, kann laut dem Mediensprecher nicht abgeschätzt werden. «Das entscheiden die Aktivisten selbst.» Die Polizei sei an einigen Stellen bereits vor Ort.

Aktivisten wurden polizeilich befragt

Die Blockaden seien friedlich verlaufen, schreibt die Polizei. Den Aktivisten sei «eine angemessene Frist» eingeräumt worden, um sich zu entfernen.

Ab dem späteren Vormittag wurden die Blockaden nach und nach aufgelöst und die Protestierenden zu Befragungen und weiteren Abklärungen auf Polizeiwachen gebracht. Sie haben laut Polizei mit Verfahren wegen Nötigung, Hausfriedensbruchs, Hinderung einer Amtshandlung oder Sachbeschädigung zu rechnen.

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