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Steuerbetreibungen für 82 Millionen Franken

Um die Zahlungsmoral der Stadtzürcher Steuerzahler steht es nicht zum Besten: über 19'000 Personen musste die Stadt im vergangenen Jahr betreiben.

Junge werden am häufigsten betrieben: ein Mann zahlt online seine Rechnungen ein.
Junge werden am häufigsten betrieben: ein Mann zahlt online seine Rechnungen ein.
Keystone

In der Stadt Zürich ist es 2014 zu 19'275 Steuerbetreibungen gekommen. Eingefordert wurden 82 Millionen Franken. Dies ist praktisch unverändert wie im Vorjahr. Insgesamt wurden 120'402 Betreibungen eingeleitet.

Die Gesamtzahl der Betreibungen habe sich nicht gross verändert, sagte Yves de Mestral, Präsident der Konferenz der Stadtammänner von Zürich und Stadtammann Kreis 3, am Donnerstag vor den Medien. Sie ging leicht um 1,38 Prozent zurück.

27- bis 31-Jährige werden am häufigsten betrieben

In den Kreisen 3 und 4 nahm die Zahl der Betreibung um 7,32 respektive 4,98 Prozent ab. De Mestral geht davon aus, dass hier eine Gentrifizierung - ärmere Personen ziehen weg, wohlhabende ziehen zu - spürbar ist. Eine Zunahme von 7,14 Prozent gab es im Kreis 8 - gemäss de Mestral ein Sondereffekt aufgrund von ein paar wenigen Schuldnern.

Am häufigsten betrieben wurden Personen zwischen 27 und 31 Jahren (14,46 Prozent). Einfluss hat hier der Auszug aus dem Elternhaus, wie de Mestral sagte. Die höchsten Forderungen wurden hingegen bei der Altersklasse der 47- bis 51-Jährigen (72,27 Millionen Franken) gestellt. Durchschnittlich ging es um Forderungen von 3600 Franken.

Weniger Zwangsräumungen

Wer seine Miete nicht bezahlt, kann seine Wohnung verlieren, wenn der Vermieter dem Gericht die Zwangsräumung beantragt. Liegt ein rechtskräftiges Urteil vor, so werden die Betroffenen durch das zuständige Stadtammannamt ausgewiesen. Mit 26 am meisten Zwangsräumungen erfolgten letztes Jahr im Kreis 9, gefolgt von je 21 in den Kreisen 4 und 11.

Die Zahl der Zwangsräumungen nimmt aber laufend ab: Im Jahr 2004 betrug sie in der ganzen Stadt 186, im Jahr 2014 waren es noch 136. Wer eine Wohnung hat, klammert sich daran fest, wie de Mestral sagte. Statt der Miete wird lieber die Krankenkassenprämie nicht bezahlt.

Dass viele Personen in der Stadt Zürich auf Wohnungssuche sind, dies aber nicht ganz einfach ist, zeigt die Zahl der Betreibungsregisterauszüge. Diese hat um 1,28 Prozent auf 110'463 zugenommen. 2004 lag sie noch bei 88'351. Personen auf Wohnungssuche brauchen für die Verwaltungen einen aktuellen Auszug und müssen diesen deshalb alle zwei bis drei Monate erneuern.

Wirtschaftliche Krisen

Gemessen an der Einwohnerzahl sind in den letzten hundert Jahren erhebliche Schwankungen der Zahlungsmoral zu beobachten. Gemäss de Mestral wirken sich wirtschaftliche Krisen mit Verzögerung auf die Zahl der Betreibungen aus.

1910 wurden bei gut 150'000 Einwohnerinnen und Einwohnern fast 60'000 Betreibungen eingeleitet - mehr als jeder dritte wurde betrieben. Im Krisenjahr 1930 machten die Betreibungen gar 43,2 Prozent aus, sanken aber bis 1940 wieder auf 32,6 Prozent.

Ein Höhepunkt der Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit wurde 1970 erreicht: Die Betreibungen machten 17,5 Prozent der Einwohner aus. 2014 waren es 29,7 Prozent. Dieser Wert habe sich in den letzten Jahre nicht gross verändert, sagte de Mestral.

SDA/heb

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