Seltener Greifvogel zeigt sich in der Schweiz

Vogelfreunde haben in diesen Sommertagen gute Chancen, in der Schweiz Gänsegeier zu Gesicht zu bekommen.

Bis zu 2,6 Meter Spannweite: Der Gänsegeier zeigt sich in der Region der Kaiseregg im Kanton Freiburg. Foto: Ralph Martin/Vogelwarte Sempach

Bis zu 2,6 Meter Spannweite: Der Gänsegeier zeigt sich in der Region der Kaiseregg im Kanton Freiburg. Foto: Ralph Martin/Vogelwarte Sempach

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Beste Chancen, die Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,6 Metern zu sichten, bietet die Region der Kaiseregg im Kanton Freiburg, ein seit Jahren traditioneller Aufenthaltsort, wie die Vogelwarte Sempach am Dienstag mitteilte. Die sozialen Gänsegeier sind oft in Gruppen unterwegs und suchen gemeinsam nach Nahrung. Als ausgezeichneter Segelflieger nutzen sie im Sommer die Thermik und unternehmen weite Ausflüge.

Zwischen 1900 und 1980 gab es hierzulande insgesamt nur zwölf Nachweise, ab Mitte der 1990er Jahre wurden jedes Jahr Gänsegeier beobachtet. In den letzten Jahren waren selbst Trupps von 50 Individuen und mehr keine Seltenheit mehr.

Die markante Zunahme der Beobachtungen in der Schweiz sei vermutlich auf ein Wiederansiedlungsprojekt in Frankreich zurückzuführen. Der dortige Brutbestand verdoppelte sich in den letzten zehn Jahren auf rund 2000 Paare.

Gesundheitspolizei

Dass Gänsegeier auch in der Schweiz brüten, ist laut der Vogelwarte jedoch unwahrscheinlich: Hier tritt der Vogel normalerweise erst im April auf, das einzige Ei legt er aber bereits im Februar oder sogar schon im Januar.

Geier sind eine unerlässliche Gesundheitspolizei. Mit ihrem exzellenten Sehsinn entdecken sie Kadaver sehr schnell und fressen innert kürzester Zeit alles auf. So verhindern sie die Ausbreitung von Seuchen und verrichten damit unschätzbare Dienste für die Gesundheitswesen südlicher Länder.

2009 hatte eine Bauernfamilie im Berner Oberland einen spanischen Gänsegeier entdeckt, der geschwächt und flugunfähig war. Ein Wildhüter brachte das Tier in die Schweizer Wildstation nach Utzenstorf BE. Er erholte sich und wurde bei Zweisimmen BE ausgewildert. (sda)

Erstellt: 16.07.2019, 15:06 Uhr

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