Winterthur

Elf Jahre Haft für «Hanfpapst»-Mord gefordert

Die Staatsanwaltschaft spricht von vorsätzlicher Tötung, der Angeklagte macht hingegen Notwehr geltend.

Wurde vor einem Jahr tot in seiner Wohnung aufgefunden: Der als Hanfpapst bekannt gewordene Martin Frommherz.

Wurde vor einem Jahr tot in seiner Wohnung aufgefunden: Der als Hanfpapst bekannt gewordene Martin Frommherz. Bild: Peter Würmli (Archiv)

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Im Fall des getöteten Winterthurer «Hanfpapstes» Martin Frommherz hat die Zürcher Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der für Gewaltdelikte zuständige Staatsanwalt Michael Scherrer bestätigte heute eine entsprechende Meldung des «Tages-Anzeigers».

Der mutmassliche Täter, ein heute 22-jähriger iranischer Staatsangehöriger, sei grundsätzlich geständig, mache aber Notwehr geltend. Die Staatsanwaltschaft geht hingegen von vorsätzlicher Tötung aus und fordert elf Jahre Haft.

Der Angeklagte sitzt seit gut einem Jahr im Gefängnis. Er soll den Tössemer Frommherz am 6. Mai 2014 in dessen Wohnung erschlagen haben. Hintergrund war offenbar ein Drogendeal. Anklage soll bald auch gegen drei weitere Männer erhoben werden. Sie waren zum Tatzeitpunkt zwar nicht mehr in der Wohnung von Frommherz, sollen aber am Überfall beteiligt gewesen sein und auch von den schweren Verletzungen gewusst haben. Der Vorwurf lautet auf Unterlassung der Nothilfe. Daneben geht es aber offenbar auch um andere Delikte.

Nicht der erste Überfall

Auch der 22-Jährige ist wegen eines weiteren Delikts angeklagt. So soll er wenige Tage vor dem 6. Mai 2014 bereits einen Raubüberfall in Winterthur verübt haben. Details zum Tatort nennt die Staatsanwaltschaft keine. Ein Blick ins Archiv zeigt jedoch, dass der «Landbote» Ende April 2014 über eine Häufung von Raubüberfällen im Neuwiesen-Quartier berichtet hatte. Den Opfern wurden dabei, teils auch mit Gewalt, Portemonnaies und Handys gestohlen. Die Polizei suchte damals nach zwei «20- bis 25-jährigen Männern». (mpl)

Erstellt: 18.05.2015, 15:19 Uhr

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