Flughafen

Skyguide-Lotsen melden sich nach Urteil krank

Nachdem ein Skyguide-Fluglotse zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde, melden sich einige seiner Kollegen krank. Dies führt zu Flugverspätungen.

Nach dem Urteil gegen einen Lotsen, fühlen sich seine Kollegen bei Skyguide nicht fit genug, um bei der Arbeit zu erscheinen.

Nach dem Urteil gegen einen Lotsen, fühlen sich seine Kollegen bei Skyguide nicht fit genug, um bei der Arbeit zu erscheinen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Zürcher Obergericht wurde am Mittwoch der Skyguide-Fluglotse, der einen Beinhahe-Zusammenstoss zweier Flugzeuge verursachte zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Nun fühlen sich einige seiner Kollegen nicht fit genug, um bei der Arbeit zu erscheinen.

Ein Leserreporter meldete eine Verspätung eines Swiss-Fluges von Stockholm nach Zürich. Alle Passagiere seien genervt: «Die Pilotin sagte, man solle sich nicht auffregen und mit der Cabin Crew anständig umgehen», so der Reporter. Grund für die Verspätung könnte ein Personalengpass bei Skyguide sein. Viele Passagiere würden ihre Anschlussflüge verpassen.

Wie Raimund Fridrich, Sprecher von Skyguide auf Anfrage bestätigt, sei die Anflugrate auf den Flughafen Zürich um 10 Prozent reduziert, was zu Verspätungen führen kann. Das gestrige Urteil am Obergericht Zürich führte zu Verunsicherung und Unverständnis seitens der Flugverkehrsleiter. Zudem bringt die Komplexität des Flugbetriebs die Mitarbeiter an ihr Limit: «Dennoch haben sich nur ein paar wenige Mitarbeiter am Donnerstag krank gemeldet und die Operationen erfolgen normal», sagt Fridrich. Generell ist jeder Mitarbeiter angewiesen, nur dann zur Arbeit zu kommen, wenn er sich 100% fit fühle.

«Situation wird immer unhaltbarer»

Auch der Flughafen Zürich bestätigt die reduzierte Abflugrate. «Der aktuelle Flugbetrieb verhält sich wie an einem starken Wintertag», sagt Sprecher Philipp Bircher. Jeder zweite Flug habe mehr als 15 Minuten Verspätung.

Skyguide werde prüfen, ob es nötig sei, die Reduktion von zehn Prozent morgen aufrecht zu erhalten. Von einem Streik sei allerdings nicht die Rede.

Der verurteilte Lotse kriegt nebst seinen Kollegen auch Zuspruch von den Gewerkschaften APTC und skycontrol. Die Entscheidung würde die Flugsicherheit des Schweizer Luftraums nicht stärken, schreibt Maximilien Turrettini, Präsident von Skycontrol in einer Mitteilung. «Es beweist bei Bedarf den enormen Druck auf die Flugverkehrsleiter von Skyguide. Ihre Situation wird immer unhaltbarer», so Turrettini.

Artikel übernommen von «20min.ch» (20min.ch)

Erstellt: 13.12.2018, 14:50 Uhr

Artikel zum Thema

Zürcher Obergericht verurteilt Fluglotsen

Flughafen Der Skyguide-Fluglotse, der einen Beinahe-Zusammenstoss zweier Flugzeuge verursacht hatte, wird für seinen Fehler bestraft. Das Zürcher Obergericht hat ihn zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Skyguide kritisiert das Urteil. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!