Kyburg

Schussabgabe: Eltern könnten Haftstrafen drohen

Drei Jugendliche haben gestern Abend in Kyburg mit einer Schusswaffe hantiert. Ein 15-Jähriger wurde schwer verletzt. Möglicherweise drohen auch den Eltern Strafen.

Fatales Spiel mit einer Waffe: Drei Jugendliche hantierten mit einer Pistole - dabei löste sich ein Schuss und verletze einen 15-Jährigen schwer.

Fatales Spiel mit einer Waffe: Drei Jugendliche hantierten mit einer Pistole - dabei löste sich ein Schuss und verletze einen 15-Jährigen schwer. Bild: Heinz Diener

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Was am Tatabend im Weiler Brünggen konkret passiert ist, «ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen», wie die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage erklärt. Fest steht, dass gegen 20 Uhr bei der Einsatzzentrale von Schutz & Rettung die Meldung einging, dass ein junger Mann bei einem Vorfall mit einer Waffe verletzt worden sei.

Gemäss ersten polizeilichen Abklärungen hantierten drei Jugendliche, die alleine zu Hause waren, im Keller eines Einfamilienhauses mit einer privaten Handfeuerwaffe. Aus bislang unbekannten Gründen löste sich dabei ein Schuss und verletzte einen 15-jährigen Burschen schwer. Nach der Erstversorgung vor Ort wurde er mit einem Heli­ko­pter ins Spital geflogen und noch am gleichen Abend operiert. Wie es dem jungen Patienten aktuell geht, konnte die Polizei nicht sagen.

Herkunft der Waffe noch unklar

Die beiden anderen Jugendlichen, zwei Schweizer im Alter von 16 und 17 Jahren, wurden noch vor Ort verhaftet. Sie werden derzeit von der Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich zum Ablauf des Geschehens befragt. «Wir sind derzeit daran, den genauen Tathergang und die Ursache der Tat zu ermitteln», sagt Oberjugendanwalt Silvio Stierli. Solange die Einvernahmen noch andauerten, könne man weder bestätigen noch dementieren, dass es ein Unfall gewesen sei.

Klar sei jedoch schon heute, dass es sich bei der Schusswaffe um eine Pistole gehandelt habe, erklärt Stierli. Woher die Waffe konkret stammt und war­um sie geladen war, konnte der Oberjugendanwalt nicht sagen.

Da alle drei Jugendlichen noch minderjährig sind, liegt die Vermutung nahe, dass die Pistole gestohlen beziehungsweise aus dem elterlichen Bereich entwendet worden ist. Die Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage, dass man auch in dieser Hinsicht Ermittlungen aufgenommen habe.

Eltern könnten Haftstrafen drohen

Sollte sich zudem zeigen, dass die Jugendlichen die Pistole den Erziehungsberechtigten nur deshalb unerlaubt entwenden konnten, weil diese der gesetzlichen Aufbewahrungspflicht für Waffen nicht nachgekommen sind, so drohen den erwachsenen Personen im schlimmsten Fall gar Haftstrafen.

Das Bundesgericht dehnte die Aufbewahrungspflicht in einem früheren Fall selbst auf ein Luftgewehr aus. Es bestätigte so vor einiger Zeit die Verurteilung einer Mutter und eines Vaters zu bedingten Gefängnisstrafen und hohen, unbedingten Bussen (ihr Sprössling hatte mit dem Luftgewehr einem Kind in die Augen geschossen). Das Gericht urteilte wie folgt: «Die Eltern eines im gleichen Haushalt lebenden minderjährigen Kindes haften für die von ihm einem anderen Kind zugefügte Schussverletzung, wenn sie das hiezu verwendete Luftgewehr samt Munition unsorgfältig aufbewahrt haben.» (zsz.ch)

Erstellt: 14.10.2015, 10:08 Uhr

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