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S-Bahn erwartet neue Kapazitätsengpässe

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) erwartet bis 2023 eine weitere Nachfragesteigerung um 20 Prozent. Dies führt zu neuen Engpässen. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) will nun in Bern weibeln.

Eie Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis könnte die S-Bahn einen Schritt vorwärts bringen.
Eie Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis könnte die S-Bahn einen Schritt vorwärts bringen.
Keystone

Der Kanton Zürich konnte das Netz der S-Bahn in den vergangenen Jahren laufend ausbauen, wie FDP-Regierungsrätin Walker Späh als Präsidentin des Verkehrsrates am Freitag vor den Medien sagte. Doch nun stünden 15 Jahre «ohne massgeblichen Ausbau auf dem Netz» an. Angesichts dieses Zeitfensters sei ihr etwas mulmig zumute. Auf Ende Dezember 2018 wird nun noch die dritte und letzte Etappe der vierten Teilergänzungen umgesetzt. Diese bringen insbesondere in den Räumen Winterthur, Limmattal und Unterland Kapazitätssteigerungen.

Danach werden, auch wenn sich erneut Engpässe abzeichnen, «vorerst keine grundlegenden Anpassungen am S-Bahn-Angebot möglich sein», heisst es im am Freitag präsentierten Strategiebericht 2020-2023 des ZVV.

Warten auf Grossprojekte und auf Bern

Nur mit dem Bau des Brüttenertunnels auf der Linie Zürich - Winterthur sowie der Erweiterung des Bahnhofs Stadelhofen um ein viertes Gleis könne das System weiterhin stabil betrieben und die wachsende Nachfrage aufgefangen werden, sagte Walker Späh. Doch ob diese Projekte realisiert werden, wird in Bern entschieden. Und bleiben die beiden teuren Projekte im «Step», dem strategischen Entwicklungsprogramm des Bundes für den Bahnausbau, dann werden sie nicht vor 2030 realisiert.

Bis dahin sei der Spielraum «stark eingeschränkt», steht in der ZVV-Strategie. Es müsse deshalb geprüft werden, ob einzelne kleinere «Step»-Massnahmen vorgezogen werden könnten. Laut Dominik Brühwiler, stellvertretender ZVV-Direktor, sind damit etwa Perronverlängerungen sowie der eine oder andere Bahnhofsausbau gemeint.

Rahmenkredit um 0,4 Prozent reduziert

Für die Jahre 2018 und 2019 rechnet der ZVV mit einem Defizit von insgesamt 709,1 Millionen Franken. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen entsprechenden Rahmenkredit zu bewilligen.

Der Kredit liegt damit um 2,5 Millionen oder 0,4 Prozent unter dem für die Jahre 2016 und 2017 bewilligten, heisst es im Antrag, der am Freitag gleichzeitig mit der Strategie veröffentlicht wurde.

Das Defizit übernehmen je zur Hälfte der Kanton und die Gemeinden. Für den Kanton verbleiben damit jährliche Kosten von rund 175 Millionen Franken. Dies entspreche rund einem Prozent der kantonalen Ausgaben, sagte Walker Späh. Sie betonte, dass dieser Betrag trotz des Angebotsausbaus der vergangenen Jahre stabil gehalten wurde.

SDA/mst

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