Zoo Zürich

Wo in einem Jahr die Giraffen wohnen

An Ostern 2020 eröffnet die neue Lewa-Savanne im Zoo Zürich – die grösste Anlage, die der Zoo je gebaut hat. Ein Besuch auf der Baustelle.

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Die Stalltüren verraten, welches Tier hier bald einziehen wird: Sie sind schmal und mehrere Meter hoch – massgeschneidert für Giraffen. An Ostern 2020 eröffnet die Lewa-Savanne im Zoo Zürich, wo neben Giraffen auch Breitmaulnashörner, Grevyzebras, Antilopen, Hyänen, Stachelschweine und weitere Tiere ein neues Zuhause finden.

Mit über vier Hektaren ist es die grösste Anlage, die der Zoo je gebaut hat. Es sei «die ultimative Zooanlage», wie Verwaltungsratspräsident Martin Naville gestern vor den Medien sagte. Man sei im Zeitplan und im Budget.

Genaue Angaben zu den Kosten will Naville noch nicht machen. Sie bewegten sich im Rahmen des Elefantenparks, der 50 Millionen Franken kostete. Der Zoo finanziert die neue Anlage durch Spenden. Davon sind schon 80 Prozent durch Fundraising, Stiftungen, Zoofest und Grosssponsoren zusammengekommen.

Ein Jahr vor der Eröffnung ist die Landschaft der Aussenanlage bereits gestaltet. Auch die Ställe für die Zebras, Straussen und Antilopen sind fertig. Dort, wo die hohen Stalltüren hineinführen, steht man aber noch auf einer Baustelle. Im vorderen Teil, der eigens für die Nashörner und Giraffen gebauten Quarantänestation, wird gerade eine Grosstierwaage installiert.

Wintergarten mit Kino

Angeschlossen an die Ställe im Innengebäude ist der Publikumsbereich, einer Art Wintergarten mit Kino, Veranstaltungsraum und Informationsecke zur Bedrohung der Nashörner. Die Decke ist aus Glas, die Wände aus Beton. Die Wände werden noch eingekleidet. Man sieht die Struktur aus Stahlträgern, Drähten und Stoff, die mit Spritzbeton zum Felsen gestaltet wird.

Durch diese Felsenschlucht gelangen die Besucher vom Elefantenpark her in die neue Savannenanlage. Als erstes durchschreitet man eine Volière voller Graupapageien und kann Nacktmulle in ihren Erdgängen beobachten, wo sie in einem Schwarm samt Königin leben. Erst dann begegnet man den Nashörnern und Giraffen.

Wenn die Besucher den Innenbereich verlassen, eröffnet sich der Blick über das Gelände, wo sich die Tiere frei bewegen. Mit Wasserloch, kleinem Fluss und einer Geländekante ist die Landschaft dem Original, dem Lewa-Reservat in Kenia nachempfunden, mit dem der Zoo schon seit zwanzig Jahren eine Partnerschaft hat.

Ein Flug mit der Drohne über die Lewa-Savanne.

Im Baobab steckt Futter

Am auffälligsten ist der grosse Baobab, der künstliche Affenbrotbaum, der erst vor kurzem sein Metallgerüst abgelegt hat. Vier kleinere Baobabs sind auf dem Gelände verteilt und verstecken Futterautomaten in ihrem Innern. Aus Schlitzen können die Nashörner zu bestimmten Zeiten Heu holen.

Aus Vierecken weiter oben fischen die Giraffen mit ihren langen Zungen Pellets. Neben den künstlichen wurden auch richtige Bäume gepflanzt. Sie werden noch so geformt, damit sie afrikanischen Schirmbäumen ähneln. Sie sind besonders hochgewachsen, damit auch die Giraffen nicht zu ihren Blättern gelangen.

Auf der anderen Seite des Geländes werden Tüpfelhyänen einziehen. Damit die Raubtiere die in der Savanne freilaufenden Antilopen und Zebras nicht jagen, leben sie neben den Stachelschweinen in einem eigenen Haus. Die Rohbauten sind derzeit sichtbar, sie werden noch unter kugelförmigen Kopje-Felsen verschwinden.

Der Zoodirektor Alex Rübels stellt uns die Anlage vor.

Für die Besucher steht das Erlebnis mit allen Sinnen im Vordergrund, sagte Zoodirektor Alex Rübel bei der Führung durch die neue Anlage. Erdmännchen, Stachelschweine und Giraffen dürfen die Besucher zu bestimmten Zeiten unter Anleitung füttern.

Für die menschliche Verpflegung ist ein Kiosk zuständig. An einer Feuerstelle können Abendveranstaltungen durchgeführt werden und in Zelten darf man in der Savanne sogar übernachten. (Der Landbote)

Erstellt: 20.03.2019, 14:28 Uhr

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