Zum Hauptinhalt springen

Starker Bodenfrost richtet Schäden an

Die Nacht auf Donnerstag war vor allem in der Nordostschweiz eiskalt. Die Temperaturen sanken in Bodennähe auf bis Minus 9 Grad – zum Leidwesen der Landwirte.

Bauer Martin Krucker aus Wagen (Rapperswil-Jona) packte seine Erdbeerkulturen am Mittwoch mit einem Vlies gegen den Frost ein – zurecht, wie die am Donnerstagmorgen gemessenen Temperaturen zeigen.
Bauer Martin Krucker aus Wagen (Rapperswil-Jona) packte seine Erdbeerkulturen am Mittwoch mit einem Vlies gegen den Frost ein – zurecht, wie die am Donnerstagmorgen gemessenen Temperaturen zeigen.

Eine eiskalte Nacht und einen noch kälteren Morgen hatten die Meteorologen für Donnerstag vorhergesagt. Und genau so kam es auch.

In eingeflossenen Polarluft sind die Temperaturen bis am frühen Donnerstagmorgen in der gesamten Nordostschweiz überall unter den Gefrierpunkt gesunken. Besonders kalt war es in Winterthur und Umgebung sowie im Zürcher Unterland: Dort wurden Minimumwerte von -2 bis -6 Grad gemessen.

Etwas weniger kalt – aber immer noch frostig – war es entlang der grösseren Gewässer. So wurden am Zürichsee 0 bis -2 Grad und entlang des Rheins -1 bis -3 Grad gemessen.

Am Boden wars noch viel kälter

Dabei handelt es sich allerdings um die Lufttemperaturen, die an den Stationen der Wetterdienste auf einer Höhe von rund zwei Metern gemessen werden. Noch viel kälter war es direkt am Boden – was vor allem für die Landwirte relevant (und problematisch) ist.

Der Bodenfrost wird durch das Absinken kalter Luft in Bodennähe und besonders durch nächtliche Wärmestrahlung (oder Ausstrahlung) bei fehlender Wolkendecke verursacht. In der weitgehend klaren und windstillen Nacht kam dieser Prozess vielerorts besonders gut in Gang.

So wurden direkt am Boden in Winterthur -8,7 Grad, in Kloten -6 Grad und in Wädenswil -3,2 Grad gemessen. Noch extremer war der Bodenfrost in mittleren Lagen: In Einsiedeln sank das Thermometer demnach auf fast -10 Grad und in Wattwil (Toggenburg) auf -12 Grad.

Schäden an Kulturen im Weinland

Noch lässt sich das Ausmass der Schäden an Kulturen nicht genau abschätzen. Doch wie der Benkner Winzer Roland Müller vom Weingut Wylandblick mitteilt, hat der Frost verbreitet Schäden angerichtet. Ungeschützte Spalierreben oder auch Kiwis hätten deutlich gelitten.

Nach den Schneefällen in der Nacht auf Mittwoch klarte es am Zürichsee auf (Blick von Männedorf Richtung linkes Seeufer). Eiskalte Polarluft hat die Region aus Norden erreicht.
Nach den Schneefällen in der Nacht auf Mittwoch klarte es am Zürichsee auf (Blick von Männedorf Richtung linkes Seeufer). Eiskalte Polarluft hat die Region aus Norden erreicht.
Martin Steinegger
Angezuckerte Wiesen und Obstbäume und ein verschneiter Drumlin zwischen Hirzel und Schönenberg.
Angezuckerte Wiesen und Obstbäume und ein verschneiter Drumlin zwischen Hirzel und Schönenberg.
Sabine Rock
Auch in Benken kamen Kerzen gegen den Frost zum Einsatz.
Auch in Benken kamen Kerzen gegen den Frost zum Einsatz.
Roland Müller
1 / 19

Geschädigte oder gar völlig vernichtete Schosse und Triebe liessen sich zwar sofort nach dem Auftauen erkennen. Wie gross die Schäden ausfallen, werde sich aber erst in einigen Tagen zeigen.

Obst- und auch Rebbauern im ganzen Kantonsgebiet haben aufgrund der Frostnacht Massnahmen eingeleitet, um ihre Kulturen zu schützen. Im Vordergrund stand gemäss Roland Müller dabei der Einsatz von Frost- oder Finnenkerzen. Andere Bauern entfachten zwischen den Kulturreihen einfach kleine Feuer. Zudem kamen da und dort auch Vliese oder gar alte aus Stroh angefertigte Forstmatten oder -schirme zum Einsatz.

In der Nacht auf Freitag muss nochmals mit starkem Frost gerechnet werden. Gemäss den Meteorologen könnten die Minustemperaturen dann sogar noch tiefer ausfallen.

Quelle für Temperaturwerte: metradar.ch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch