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Regierung will Strahlungsrisiken senken

Schulung, Information und Forschung: Der Zürcher Regierungsrat will die Bevölkerung besser vor Strahlungsrisiken schützen. Er hat die Direktionen beauftragt, die vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vorgeschlagenen Massnahmen umzusetzen.

Beim Telefonieren mit einem Handy können höhere Belastungen auftreten, als die, die von Mobilfunkanlagen ausgehen.
Beim Telefonieren mit einem Handy können höhere Belastungen auftreten, als die, die von Mobilfunkanlagen ausgehen.
(Symbolbild), Keystone

Das AWEL hat im Auftrag des Regierungsrats einen Überblick über die verschiedenen Strahlungsarten im Kanton erarbeitet, Risiken identifiziert und Massnahmen vorgeschlagen, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte.

Es hat dabei verschiedene Strahlungsarten und möglichen Quellen untersucht – darunter unter anderem statische elektrische und magnetische Felder, zum Beispiel bei Trams, Ultraviolette oder Infrarot-Strahlung.

Für jede der 30 beurteilten Strahlenquellen beschreibt das AWEL die nachgewiesenen und vermuteten Wirkungen auf die Menschen und die Umwelt. Dabei beurteilte es die Relevanz der einzelnen Quellen und nannte die wichtigsten bestehenden Aktivitäten zum Schutz vor schädlicher Strahlung auf Stufe Bund, Kanton und Gemeinden.

Das AWEL kommt dabei zum Schluss, dass der Schutz «grundsätzlich gut geregelt ist». Dennoch bestehe in verschiedenen Bereichen Handlungsbedarf zur Verbesserung, wie es weiter heisst. Es hat daher gezielte Massnahmen für den Kanton Zürich vorgeschlagen.

Risiken durch Sonne und Laser

Für die Bevölkerung bestehen gemäss AWEL – abgesehen von Unfällen, bei denen radioaktive Strahlung freigesetzt werden – wesentliche Risiken durch die UV-Strahlung der Sonne und Solarien, radioaktives Radon in Gebäuden, Laser-Blendangriffe oder durch medizinische Anwendungen.

Dabei nimmt die Bevölkerung die Risiken nicht immer so wahr, wie sie tatsächlich sind: Beim Telefonieren mit einem Handy können beispielsweise deutlich höhere Belastungen auftreten, als die, die von Mobilfunkanlagen ausgehen. Oder auch der Besuch im Solarium oder das Sonnenbaden wird als gesundheitsfördernd angesehen - und dabei wird die Gefahr von Hautkrebs unterschätzt.

Verschiedene Massnahmen

Da die Wirkung von verschiedenen Strahlungsarten auf Natur und Umwelt deutlich schlechter erforscht ist als die auf Menschen, sollen Forschungsprojekte angestossen werden. Bezüglich Hautkrebsrisiko durch die UV-Strahlung sowie Risiken durch die Nutzung von Handys soll besonders exponierten Gruppen aufgezeigt werden, wie sie sich eigenverantwortlich schützen können.

Der Regierungsrat hat deshalb die zuständigen Direktionen beauftragt, künftig «entsprechende, zielgruppenspezifische Informationsmassnahmen umzusetzen, zu unterstützen oder beim Bund zu beantragen». Diese sollen sich an Kinder, Jugendliche und Arbeitnehmende, die im Freien arbeiten, richten. Denn bei diesen Gruppen hat der Bericht Informationslücken erkannt.

Dabei sollen wo immer möglich die vorhandenen Kommunikationskanäle und Informationsmittel genutzt und es soll mit Partnerinstitutionen zusammengearbeitet werden.

Auch bezüglich des radioaktiven Radongases in Gebäuden, das Lungenkrebs verursachen kann, seien die Gesundheitsrisiken noch zu wenig bekannt. Hier setzt die Regierung auf die Schulung junger Berufsleute im Baugewerbe, die das Wissen zu radonsicherem Bauen dann anwenden und weiter vermitteln sollen.

Zudem will der Kanton zusammen mit dem Hauseigentümerverband Kanton Zürich prüfen, ob und wie Liegenschaften beim Verkauf auf Radon gemessen werden können. Weitere Massnahmen betreffen den Schutz der Bevölkerung bei einem KKW-Unfall – es gibt ein Umsetzungskonzept auf der Grundlage des neuen Notfallschutzkonzepts des Bundes – und Lichtverschmutzung.

SDA/mst

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