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Raiffeisen schliesst bis zu 250 Filialen

Obwohl die Raiffeisen-Bankengruppe 2015 einen Rekordgewinn schreibt will sie in den nächsten fünf Jahren bis zu 250 Filialen schliessen.

Wegen der Digitalisierung will Raiffeisen bis zu 250 kleine Filialen schliessen.
Wegen der Digitalisierung will Raiffeisen bis zu 250 kleine Filialen schliessen.
Keystone

Raiffeisen schreibt Rekordgewinn und schliesst bis zu 250 Filialen Text: St. Gallen (sda) Die Raiffeisen-Bankengruppe hat 2015 einen Rekordgewinn erzielt und ist kräftig gewachsen. Unter dem Strich blieben 808 Millionen Franken. In den kommenden fünf Jahren will Raiffeisen wegen der Digitalisierung bis zu 250 kleine Filialen schliessen.

Der neue Raiffeisen-Chef Patrik Gisel sprach am Freitag am Hauptsitz in St. Gallen von einem «hervorragenden Resultat». Um 48 Mio. Franken oder 6,4 Prozent hat die Bankengruppe den Gewinn gesteigert. 62 Mio. Franken trug der Verkauf eines Teils der Beteiligung am Finanzunternehmen Leonteq dazu bei.

Weil immer mehr Kunden ihre Bankgeschäfte übers Internet tätigen, will Raiffeisen in den kommenden fünf Jahren bis zu 250 kleine Filialen schliessen, wie Gisel an der Medienkonferenz in Zürich auf Fragen von Journalisten sagte. Heute betreibt Raiffeisen knapp 1000 Filialen.

Kein Stellenabbau

Ein Stellenabbau sei damit nicht verbunden, erklärte Mediensprecher Franz Würth der Nachrichtenagentur sda. Geschlossen würden Kleinfilialen. Auch Fusionen von lokalen Raiffeisenbanken seien möglich. Laut Gisel wird Raiffeisen aber auch in Zukunft die Bank mit der grössten regionalen Präsenz sein.

Das Zinsengeschäft als wichtigstes Standbein der Gruppe legte um 41,5 Mio. Franken (+1,9 Prozent) zu. Zum Ertragswachstum trugen aber auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit plus 34 Millionen und der Erfolg aus dem Handelsgeschäft mit plus 52 Millionen Franken bei. Die Diversifikations-Strategie greife, erklärte Gisel.

Stark im Hypothekenmarkt

Markant gewachsen sind die Kundeneinlagen, die um 8,7 Milliarden Franken oder 6,2 Prozent zunahmen. Raiffeisen verwaltete Ende 2015 total 207 Milliarden Franken. Auch bei den Hypotheken wuchs Raiffeisen um 5,2 Prozent. Diese Steigerung liege klar über dem Markt, sagte Gisel. Raiffeisen hält einen Marktanteil von knapp 17 Prozent im Schweizer Hypothekarmarkt.

Der Leiter des Departements Finanzen, Marcel Zoller, betonte die vorsichtige Risikopolitik: Trotz stark gestiegenen Ausleihungen in den letzten Jahren hätten sich die Wertberücksichtigungen für Ausfallrisiken 2015 erneut verringert. Weil der Gewinn zu 95 Prozent im Unternehmen bleibe, sei Raiffeisen sehr gut kapitalisiert.

«Anlagenotstand»

Sorgen bereiten der Bankengruppe die Negativzinsen. Zoller sprach von einem «Anlagenotstand in der Schweiz». Die Zinsmarge liege bei rekordtiefen 1,12 Prozent.

«In den letzten Jahren haben wir uns von einer Retailbank zu einem breit diversifizierten Finanzdienstleister entwickelt», sagte Patrik Gisel, der den Chefposten im vergangenen Herbst von Pierin Vincenz übernahm. In Zukunft will Raiffeisen laut seinem neuen Chef unter anderem das Firmenkundengeschäft ausbauen.

Wachstum soll auch das Private Banking bringen. Die Integration der 2015 erworbenen Basler Bank La Roche in die Bank Notenstein stärke die Marktstellung. Die verwalteten Vermögen im Privatkundengeschäft wurden auf 22 Milliarden Franken gesteigert und das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbessert.

Verhaltene Erwartungen für 2016

Für 2016 sind die Erwartungen bei Raiffeisen verhalten. Der Frankenschock wirke weiter nach, und das unsichere globale Umfeld sei für die Schweizer Exporteure eine zusätzliche Herausforderung, sagte Gisel. Die Hoffnungen lägen auf einem moderaten Wachstum in der Eurozone. Die Immobilienpreise dürften sich auf hohem Niveau stabilisieren oder leicht sinken.

Raiffeisen als drittgrösste Bankengruppe der Schweiz besteht aus 292 genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken mit 994 Standorten und 1,9 Millionen Genossenschaftern. Die Gruppe beschäftigte Ende Jahr gut 11'000 Mitarbeitende - 291 mehr als im Vorjahr. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 206 Mrd. Franken.

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