Gesundheitspolitik

Radikaler Vorschlag erntet Kritik

Die Spitäler des Kantons Zürich wollen mehr wirtschaftlichen Wettbewerb. Das sei auch zum Wohl des Patienten, sagt der Spitalverband. Eine Beraterfirma schlägt derweil einen sehr radikalen Weg vor.

Kleinere Spitäler wie Männedorf müssten sich gemäss Daniel Kalberer, Geschäftsführer des Verbandes für Zürcher Krankenhäuser (VZK), spezialisieren und Kooperationen eingehen.

Kleinere Spitäler wie Männedorf müssten sich gemäss Daniel Kalberer, Geschäftsführer des Verbandes für Zürcher Krankenhäuser (VZK), spezialisieren und Kooperationen eingehen. Bild: Archiv Michael Trost

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Die Spitallandschaft ist im Umbruch: Immer mehr Behandlungen werden ambulant statt stationär durchgeführt. Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie man diese Tatsache interpretieren kann. Am Donnerstag präsentierte die Beraterfirma PWC eine Studie zum Gesundheitszustand der Spitäler. Das knallharte Fazit: Für die Versorgungssicherheit in der Schweiz würden bereits 20 Spitalstandorte mit je maximal 1000 Betten genügen.

Zum Vergleich: Heute stehen alleine im Kanton Zürich etwa so viele Krankenhäuser auf der Spitalliste. Mit dem PWC-Modell könnten 80 Prozent der Bevölkerung in 30 Fahrminuten das nächstgelegene Spital erreichen. Kantonsgrenzen spielen in der Überlegung keine Rolle mehr. In der Region Zürich wären es so im Durchschnitt knapp 15 Minuten Fahrzeit zum nächsten Spital, rechnet PWC in ihrem Modell vor.

Kritik an Studie

Ein solches Modell hält Daniel Kalberer, Geschäftsführer des Verbandes für Zürcher Krankenhäuser (VZK), für «Planwirtschaft». Nachdenken, ob es zukünftig wirklich alle bestehenden Spitäler im Kanton noch braucht, ist für ihn sechs Jahre nach Einführung der neuen Spitalfinanzierung verfrüht. Sein Verband möchte mehr wirtschaftlichen Wettbewerb und weniger politische Regulierung.

Das ist einer der zehn Punkte, die der VZK im «Positionspapier zum Strukturwandel in der Gesundheitsversorgung» am Donnerstag publiziert hat. «Wir sind gut aufgestellt, das soll auch in Zukunft so sein», meint Kalberer.

Wirtschaftlich effizient will man arbeiten in den Zürcher Spitälern, deren optimale Grösse – auch aus qualitativer Sicht – laut Kalberer bei 200 bis 400 Betten liegen. Kleinere Spitäler wie Männedorf müssten sich spezialisieren und Kooperationen eingehen. Weil der Trend zu mehr ambulanten Behandlungen geht, mahnt Kalberer zur Vorsicht, bei der Planung von neuen Bettenstationen. Investitionen in den Behandlungstrakt, wie etwa jetzt beim See-Spital in Horgen, seien aber richtig. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.11.2018, 17:58 Uhr

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