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Phosphor aus Klärschlamm soll von Importen unabhängig machen

Klärschlamm enthält den wertvollen Rohstoffe und landet heute im Abfall. Dies soll sich ändern. Der Regierungsrat unterstützt ein kommerzielle Gewinnung von Phosphor aus Klärschlamm mit 2 Millionen Franken.

Eine Kehrichtschlammverwertungs-Anlage im Werdhölzli in Zürich. Bald soll auch Phosphor aus dem Schlamm gewonnen werden.
Eine Kehrichtschlammverwertungs-Anlage im Werdhölzli in Zürich. Bald soll auch Phosphor aus dem Schlamm gewonnen werden.
Heinz Diener

Phosphor ist ein kostbarer Rohstoff, der als Bestandteil von Dünger wichtig ist für die Nahrungsmittelproduktion. Nachdem es gelungen ist, Phosphorsäure aus Klärschlammasche zu gewinnen, soll nun die kommerzielle Nutzung untersucht werden. Der Zürcher Regierungsrat unterstützt das Pilotprojekt mit 2 Millionen Franken.

Abfälle sind Rohstoffe. Daher setzt sich der Kanton Zürich als Pionier im sogenannten «Urban Mining» konsequent für die Rückgewinnung von Wertstoffen aus den Hinterlassenschaften unserer Gesellschaft ein, wie der Regierungsrat in einer Mitteilung von heute Donnerstag schreibt.

Heute landet der kostbare Rohstoff Phosphor im Abfall. Weil Klärschlamm aus Abwasserreinigungsanlagen zu viele Schadstoffe enthält, darf er seit 2006 darf nicht mehr als Dünger auf die Felder ausgebracht werden. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor gelangt damit nicht mehr in den natürlichen Stoffkreislauf.

Kanton als Rohstoffmine

Ziel sei es, ein Verfahren zu entwickeln, das den Phosphor umweltschonend der Klärschlammasche entzieht, damit er als Rohstoff und Handelsware zur Verfügung steht, heisst es in der Mitteilung.

So soll der natürliche Kreislauf wieder geschlossen und die Schweiz langfristig unabhängig von Phosphorimporten werden. Pro Jahr fällt schweizweit im Klärschlamm etwa die gleiche Menge an Phosphor an, wie mit Mineraldünger importiert wird.

Als wichtiger Schritt wird seit dem vergangenen Sommer der gesamte Klärschlamm des Kantons Zürich thermisch verwertet. Die dabei produzierte Kärschlammasche wird zurzeit noch auf einer Deponie gelagert. Früher wurde der Klärschlamm in Kehrichtverwertungsanlagen oder Zementwerken verbrannt. Der Phosphor ging dadurch verloren, wie es in der Mitteilung heisst.

Der vom Kanton mitgegründeten Stiftung Zentrum für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung (ZAR) in Hinwil und Zuchwil ist es gemeinsam mit dem spanischen Technologiepartner Técnicas Reunidas SA erstmals gelungen, im Labor Phosphorsäure aus Klärschlammasche zu gewinnen.

Nun soll die technische Machbarkeit des Verfahrens in einer Pilotanlage geprüft werden. Der Kanton unterstützt dies mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 2 Millionen Franken. Das sind 60 Prozent der Kosten. Im Gegenzug erhält der Kanton freien Zugang zu den Erkenntnissen der weiteren Entwicklungsarbeiten und hat Anrecht auf eine Gratislizenz, falls das Verfahren patentiert wird.

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