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PH Zürich verlangt von Studenten Strafregisterauszug

Wer sich an der PH Zürich zum Lehrer ausbilden lassen will, muss künftig einen Strafregisterauszug vorweisen. Die Regelung wird eingeführt, nachdem der Fall eines heimlich filmenden Lehrerpraktikanten bekannt wurde.

Die PH Zürich zieht Konsequenzen, nachdem ein ehemaliger Student Kinder heimlich gefilmt hat.
Die PH Zürich zieht Konsequenzen, nachdem ein ehemaliger Student Kinder heimlich gefilmt hat.
Keystone

Der Fall eines Lehrerpraktikanten, der heimlich in einer Hallenbad-Garderobe Schülerinnen filmte, hat nicht nur strafrechtliche Konsequenzen: Neu müssen Studierende an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZ) einen Strafregisterauszug vorweisen. Dies gilt auch für Studenten, die bereits in einem anderen Kanton ein Lehrerpatent erworben haben und an der PHZ studieren wollen, wie Rektor Walter Bircher am Freitag gegenüber dem Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von SRF sagte.

Hintergrund dieser Neuregelung ist, dass der heute 42-jährige Lehrerpraktikant schon in einem andern Kanton als Lehrer tätig war und an der PHZ eine weitere Ausbildung absolvierte. Die PHZ habe deshalb angenommen, dass schon früher Abklärungen vorgenommen worden seien, sagte Bircher. Man habe deshalb nicht näher hingeschaut.

Der PHZ-Rektor ist sich bewusst, dass auch mit der Einforderung eines Strafregisterauszuges nicht alle Risiken vermieden werden können. Straftaten seien in einem solchen Auszug nur ersichtlich, wenn es bereits eine Verurteilung gegeben habe. Ein «Restrisiko» bleibe deshalb immer bestehen.

Anklage erhoben

Die Machenschaften des Lehrerpraktikanten waren im Januar 2014 aufgeflogen. Erst- und Zweitklässlerinnen, die sich für den Schwimmunterricht bereit machten, hatten in der Umkleidegarderobe des Hallenbades Borrweg in Zürich eine Znünitasche entdeckt, in der eine laufende Videokamera versteckt war.

Ermittlungen ergaben, dass der Ostschweizer schon seit Mitte 2012 immer wieder verschiedene Menschen ohne deren Wissen gefilmt hatte - auf Toiletten, in Badezimmern oder in Garderoben. Seine Opfer waren Nachbarn, Nichte und Neffen des Beschuldigten, aber auch Kantonsschülerinnen und zuletzt Primarschülerinnen.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage erhoben. Sie fordert für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte.

SDA/ori

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