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Novartis schliesst Standort – 73 Mitarbeiter verlieren Job

Der Novartis-Standort in Schlieren wird geschlossen. 73 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Der Stadtpräsident hofft derweil, dass neue Firmen die Lücke füllen werden.

Muss Mitarbeiter entlassen: Der Pharmakonzern Novartis.
Muss Mitarbeiter entlassen: Der Pharmakonzern Novartis.
Keystone

Der Pharmakonzern Novartis schliesst im Rahmen seiner neuen Forschungsstrategie den Standort in Schlieren ZH. Bei der ESBATech in Schlieren, die vor allem in der Augenheilkunde forscht, gehen voraussichtlich 73 Stellen verloren. Auch die etwa 18-köpfige Biotech-Abteilung in Shanghai wird geschlossen.

Novartis stellte auf Anfang Jahr Augendivision neu auf

Die Mitarbeitenden wurden am Mittwoch über die Pläne informiert. Nun läuft das Konsultationsverfahren an. Es sei geplant, 20 bis 25 neue Stellen im Biologics Center in Basel zu schaffen, sagte Sugimoto weiter. Zudem gebe es weitere offene Stellen im Novartis-Konzern, auf die sich die Mitarbeitenden bewerben könnten.

«Schwacher Trost»

Der Aufbau in Basel sei ein schwacher Trost, kommentierte die Gewerkschaft Syna in einer Mitteilung. Die angekündigte Standortschliessung passe nicht gut zur Parole von Novartis, die Innovation verstärken zu wollen. Es dränge sich der Verdacht auf, dass es sich um eine versteckte Sparübung handle, um der teuren Schweiz zu entfliehen. In Anbetracht der guten finanziellen Situation von Novartis könne Syna dies nicht nachvollziehen.

Die Novartis-Tochter Alcon hatte das Biotechnologieunternehmen und Spin-Off der Universität Zürich ESBATech 2009 übernommen. Inzwischen ist ESBATech kein Teil von Alcon mehr. Anfang Jahr stellte Novartis die schwächelnde Augendivision neu auf. Alcon-Medikamente - auch von ESBATech - wurden in die Division Pharma transferiert. Bei Alcon verblieben die Bereiche Augenchirurgie sowie Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflege.

Neue Biotech-Firma soll Lücke schliessen

Der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann (SP) bedauert sehr, dass Novartis der Stadt den Rücken kehrt. Es seien immerhin 73 Stellen, die wegfielen, sagte er auf Anfrage.

Er ist jedoch zuversichtlich, dass bald ein anderes Biotech-Unternehmen die Lücke füllen wird. Der Bio-Technopark an der Wagistrasse sei mittlerweile ein wichtiger und bekannter Standort.

Institut für Tropenkrankheiten zügelt

Weiter plant Novartis nun, die Forschungsprogramme und Tätigkeiten seines Instituts für Tropenkrankheiten von Singapur nach Emeryville in Kalifornien zu verlegen.

Dieser Umzug ermögliche eine engere Zusammenarbeit mit dem Infektionskrankheiten-Forschungsteam, das bereits in Emeryville angesiedelt ist, und der Life-Sciences-Gemeinde im Grossraum San Francisco. Das Institut solle sich weiterhin auf die Erforschung neuer Arzneimittel gegen Malaria und andere vernachlässigte tropische Krankheiten konzentrieren.

Für Novartis ist das laufende Jahr ein Übergangsjahr. Im Juli hatte Novartis bereits seine Pharmasparte umgebaut und das Krebsgeschäft ausgegliedert. Die Sparte teilte sich damit in die beiden neu geschaffenen Geschäftseinheiten Novartis Pharmaceuticals und Novartis Oncology. Zudem dürften Investitionen in die Vermarktung potenzieller Blockbuster-Medikamente - die mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen - den Gewinn dieses Jahr drücken.

SDA/heb

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