Rapperswil-Jona

Neue Trainingshalle der Lakers steht vor der Abstimmung

Die SCRJ Lakers sollen für 1,5 Millionen Franken im Grünfeld eine neue Trainingshalle erhalten. Der Standort und die dortige Nutzung werfen kurz vor der Abstimmung Fragen auf.

1,3 Kilometer liegt der geplante Standort der Trainingshalle von der St.-Galler-Kantonalbank-Arena entfernt.

1,3 Kilometer liegt der geplante Standort der Trainingshalle von der St.-Galler-Kantonalbank-Arena entfernt. Bild: Visualisierung pd

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Die Bürger von Rapperswil-Jona stimmen am Donnerstag darüber ab, ob die Stadt je 1,5 Millionen Franken für die Trainings- sowie Wettkampfhalle der Jona-Uznach Flames und die Eishalle für die SCRJ Lakers sprechen soll. Unihockey und Eishockey vereint am selben Ort – das scheint zu passen: Der Sportrat wirbt für ein Ja, und die meisten Ortsparteien vermelden im Vorfeld der Bürgerversammlung, dass sie grundsätzlich zustimmen.

Standortfrage spaltet SVP

Die SVP hat noch keine Parolen gefasst, Präsident Hans Peter Rathgeb fände es persönlich eine gute Sache, aber «die Meinungen in der Partei sind geteilt, wegen des Standorts». Denn die Parzelle im Grünfeld liegt 1,3 Kilometer von der St.-Galler-Kantonalbank-Arena im Lido entfernt. Das wirft die Frage auf, wieso die Lakers dieses Hallenprojekt durchziehen wollen. «Wir brauchen zusätzliches Eis, lieber gestern als morgen», sagt dazu René Schmid, Medienchef des Schlittschuhclubs. Er meint aber auch: «Für das Gesamtkonzept eines Eissportzentrums wäre es natürlich besser mit einer zweiten Halle im Lido.»

Für diesen Standort gab es bereits ein Projekt. 2016 genehmigte die Bürgerversammlung einen Baukredit. Eineinhalb Jahre später wurde aus Kostengründen die dort geplante Trainingshalle verworfen. Bei Bauten beim Lido müsse der Boden gepfählt werden, was alles stark verteuere, erklärt Thomas Zahner, Leiter der städtischen Fachstelle Sport und Bewegung, den Grund dafür.

Nördlich der Arena hat die Stadt zudem schon andere Pläne: Wohnungen, das Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) sowie vielleicht dereinst ein Hotel. Es bleibt eine einzige mögliche Fläche übrig: der Fussballplatz neben der Arena. Diesen sehe die Stadt aber als Allmendplatz vor. Er solle der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, aber auch den Zelten des Circus Knie.

«Für die Lakers war klar, dass es in absehbarer Zeit keine andere Lösung gibt, deswegen der Alleingang im Grünfeld in der Hoffnung, schneller an Eis zu kommen», sagt Zahner. Mit Alleingang spricht er die finanzielle Besonderheit der Infrastruktur an. Die beiden Vereine tragen einen stattlichen Anteil – 6 Millionen Franken kostet die Unihockeyhalle, bis zu 10 Millionen die Eishalle –, dafür bleiben die Hallen nach dem Bau im Besitz der Vereine. Ein Novum in der Rosenstadt.

Spezieller Konkurrenzkampf

Die Vereine können dadurch die Infrastruktur vermieten und Gewinne erzielen. Denn für Bauchef Thomas Furrer ist klar: «Das Hauptinvestment tätigen die Vereine, dann sollen sie auch die Einnahmen haben.» Deswegen streben die Rapperswil-Jona Lakers eine möglichst grosse Ausnutzung der neuen Trainingshalle an. Im Gegensatz zur Heimstätte der ersten Mannschaft soll in der Trainingshalle denn auch während der Sommermonate Eis zur Verfügung stehen. «Insofern dies wirtschaftlich Sinn ergibt», relativiert der Mediensprecher des Schlittschuhclubs, René Schmid. Mit Eis im Sommer würden die Lakers in einen Konkurrenzkampf mit Wetzikon und Bäretswil eintreten. Zur Drittnutzung schreibt die Stadt in der Einladung zur Bürgerversammlung nur, dass diese beschränkt sei. Bauchef Furrer führt auf Nachfrage aus, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb der beiden Clubs Vorrang habe – im Eishockey vor allem der Nachwuchs.

Aber auch die Stadt Rapperswil-Jona soll von den neuen Hallen profitieren: zusätzliche Hallenstunden für den Schulsport, mehr öffentliche Eiszeit oder eine Nutzung für die Expo. Damit begründet die Stadt das öffentliche Interesse und rechtfertigt die Beteiligung an den Betriebskosten; sie belaufen sich pro Halle auf 150000 bis 250000 Franken jährlich. Diese Bandbreite hänge vor allem vom Betrieb und den Eiszeiten in der Halle ab und werde erst nach einem positiven Grundsatzentscheid verhandelt, sagt Furrer zu diesem Betrag. Das Land wird den beiden Vereinen im Baurecht zur Verfügung gestellt.

Einige Vorteile

Gemäss den Lakers sind die Standortnachteile kaum spürbar: «Es bedeutet einfach, dass die Junioren an einem anderen Ort trainieren müssen», sagt Schmid. Für ihn ist klar, dass es an beiden Standorten Vor- und Nachteile gibt. Das Grünfeld verspricht Synergien. In erster Linie mit den Unihockeyanern: Die 500 Zuschauer fassende Flames-Arena soll beheizt werden dank der Lakers-Trainingshalle. In dieser muss Eis aufbereitet werden, was Abwärme produziert. Insgesamt könne eine Nullenergiebilanz angestrebt werden, sagt Furrer.

Zudem hegt der Sportrat – dem Lakers-Geschäftsführer Markus Bütler angehört – schon seit längerem die Vision, dass im Grünfeld einmal ein Sportcampus entstehen soll. Eine Schule, Infrastruktur und Unterkünfte für Spitzensportler. Da würde eine fürs Training bestimmte Eishalle passen.

Erstellt: 04.12.2019, 08:11 Uhr

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