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Neue Normdaten für motorische Entwicklung von Kindern

Hüpfen auf einem Bein, Perlen auf eine Kette auffädeln oder Schrauben eindrehen: Das Zürcher Kinderspital hat die Normdaten für die motorische Entwicklung von Kindern neu untersucht.

Die neu ermittelten Normdaten zeigen den Kinderärztinnen und Kinderärzten, ob sich ein Kind im Vergleich zu seinen Altersgenossen motorisch normal entwickelt.
Die neu ermittelten Normdaten zeigen den Kinderärztinnen und Kinderärzten, ob sich ein Kind im Vergleich zu seinen Altersgenossen motorisch normal entwickelt.
(Symbolbild), Keystone

Die Zürcher Forschenden haben für die neuen Daten in den vergangenen zweieinhalb Jahren über 600 gesunde Kinder in Zürcher Schulen, Kindergärten und Horten untersucht. Denn das standardisierte und bisher angewendete Testverfahren «Zürcher Neuromotorik» des Kinderarztes Remo Largo basiert auf Daten, die 25 Jahre alt sind.

Largo und sein Team hatten die Tests entwickelt, um das motorische Entwicklungsalter von Kindern zwischen 5 und 18 Jahren zu beurteilen. Neu können nun auch Kinder von 3 und 4 Jahren auf ihre Entwicklung überprüft werden. Die überarbeiteten Daten wurden am Montag im Fachjournal «Developmental Medicine and Child Neurology» publiziert, wie das Kinderspital in einer Mitteilung schreibt.

«Mit den neuen Daten können wir nun Kinder zwischen 3 und 18 Jahren auf ihre motorische Entwicklung untersuchen», sagte Neurophysiologin Tanja Kakebeeke gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Um noch bessere Vergleichsdaten zu erhalten, hätten alle 600 untersuchten Kinder die genau gleichen Tests machen müssen.

Kinder wurden richtig gestresst

«So können wir genau sagen, wo ein normal entwickeltes Kind mit drei, zehn oder auch 16 Jahren steht», sagte Kakebeeke. Die Dreijährigen mussten für den Test einfach weniger erfüllen als etwa die Zehnjährigen - sie hatten nur fünf Perlen aufzufädeln, während die Grösseren das Doppelte erledigen mussten.

«Wir haben die Kinder richtig gestresst», sagte die Neurophysiologin des Zürcher Kinderspitals. Bei den Tests ging es immer um die Geschwindigkeit. Wie lange braucht ein Kind, um eine Schraube raus und wieder rein zu drehen? Wie schnell hüpft es eine bestimmte Strecke auf einem Bein?

Die Normdaten zeigen den Kinderärztinnen und Kinderärzten, ob sich ein Kind im Vergleich zu seinen Altersgenossen motorisch normal entwickelt, wie das Kinderspital weiter schreibt. «Vor allem bei medizinischen Risikokindern, Frühgeborenen oder solchen mit Herzfehlern, sind solche Daten sehr wichtig», sagte Kakebeeke.

Eine altersgerechte motorische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sei ein entscheidender Faktor für die gesunde körperliche, geistige und soziale Entwicklung. Nicht zuletzt auch wegen der gesellschaftlichen Veränderungen hatten die Normdaten aus den 1990-er Jahren angepasst werden müssen.

Feinmotorisch geschickt dank Handy

«PC und Smartphones wirken sich vermutlich auf die Motorik aus», sagte die Neurophysiologin. Während sich die grobmotorischen Fähigkeiten der Kinder aufgrund abnehmender körperlicher Aktivitäten möglicherweise verschlechtert haben, könnte sich die Feinmotorik wegen des Gebrauchs von Handys und Tablets verbessert haben. «Das werden wir auch im Vergleich mit den alten und den neuen Daten in den nächsten Jahren herausfinden», sagte Kakebeeke. «Wenn man schaut, wie bereits Kleinkinder auf diesen Geräten geübt sind, müssen da Veränderungen bei der Feinmotorik stattgefunden haben.»

Das vom Zürcher Kinderspital geschaffene Instrument «Zürcher Neuromotorik» wird seit 2001 von Fachleuten zur Untersuchung der neuromotorischen Fähigkeiten von Kindern im Schulalter verwendet.

SDA/mst

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