Rapperswil-Jona

Mehr Platz für Bus, Velo und Fussgänger

Der Kanton St. Gallen und die Stadt Rapperswil-Jona legen ein Gesamtkonzept zur Erneuerung der Ost-West-Achse in Rapperswil-Jona für über 80 Millionen Franken vor.

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Sie ist die «Lebensader» von Rapperswil-Jona, die Ost-West-Achse, sprich die St. Galler- und Neue Jonastrasse. Autos, Busse, Fussgänger und Velofahrer: Alle wollen sie möglichst schnell von A nach B kommen. Doch Stau ist keine Seltenheit. Für Fussgänger und Radfahrer ist die Situation heute laut Stadtrat «unbefriedigend».

Zudem verlieren die Busse zu den Stosszeiten am Morgen und Abend häufig im Stau Zeit. Das soll sich ändern. Ein Strassenprojekt für über 80 Millionen Franken unter Federführung des Kantons sieht umfassende Neuerungen auf der Achse vor – auf einer Länge von 2,7 Kilometern.

Spuren für Bus und Velos

Die wichtigsten Veränderungen: Erstens soll es stadteinwärts Richtung Bahnhof Rapperswil ab der Ortseinfahrt Jona eine separate Busspur geben – auf der ganzen Länge bis zum Cityplatz. Einzige Ausnahme ist der Abschnitt von der Kreuzung Feldlistrasse bis zur Haltestelle Bollwies, wo der Bus elektronisch priorisiert wird. «Damit verbessert sich die Fahrplansicherheit für den Stadtbus», so Stadtpräsident Stöckling. Stadtauswärts, von Rapperswil Richtung Jona, teilt sich der Bus weiter die Spur mit den Autos. Stadtauswärts wird die Situation für den Bus weniger kritisch beurteilt.

Die zweite wichtige Neuerung ist ein durchgehender Rad- und Fussweg auf beiden Strassenseiten. Stadteinwärts gibt es grösstenteils eine kombinierte Bus- und Velospur. «Dank 4,5 Metern Breite kommen Velos auch an einem stehenden Bus vorbei», erklärt Bauchef Thomas Furrer. Solche kombinierten Strei-fen seien heute in Städten Standard und würden als sicher beurteilt. Stadtauswärts gibt es teils separierte Velostreifen, teils kombiniert mit dem Fussgängerweg.

Nicht mehr Kapazität

Weiter vorgesehen sind auch Bäume,. Teils auf Mittelinseln, teils entlang der Strasse. «Bäume sind für die Aufenthaltsqualität wichtig, damit es durch die geplante Verbreiterung keine Strassenschlucht gibt», sagt Bauchef Furrer. Auch auf das Mikroklima wirkten sie sich positiv aus. Der Stadtrat stehe zu den Bäumen, um den «unwirtlichen» Strassenraum aufzuwerten.

Für den Autoverkehr ist keine Kapazitätserweiterung vorgesehen. Das Stauproblem könne man mit diesem Projekt nicht generell lösen. Dafür strebe man langfristig die Tunnellösung an. Der motorisierte Individualverkehr profitiert gemäss Stadt aber ebenfalls von einem besseren Verkehrsfluss durch die geplanten Massnahmen. So soll etwa die Wartespur beim Linksabbieger vor dem Jona Center für das Einbiegen in die Feldlistrasse auf 130 Meter verlängert werden. Dadurch soll es nicht mehr zu Rückstau auf der St. Gallerstrasse kommen.

Pikant: Im erwähnten Teilstück beim Jona Center entspricht das Projekt nach wie vor jenem, das 2017 an der Urne abgelehnt wurde. «Der Kanton hat Alternativen nochmals geprüft und dokumentiert», sagt Bauchef Furrer. Auch einen von Kritikern geforderten Kreisel. In der Gesamtabwägung sei man aber beim Lichtsignal geblieben. Das Gleiche gelte für die Kreuzung beim Kunstzeughaus. Insbesondere für die Buspriorisierung und die Sicherheit der Velofahrer hätten Kreisel Nachteile. Laut Stadtpräsident Stöckling haben Kanton und Stadt mit der Präsentation eines Gesamtkonzepts für die Ost-West-Achse nun auf den Hauptkritikpunkt beim 2017 abgelehnten Teilprojekt reagiert.

Kommunikation verstärkt

Ebenfalls reagiert hat die Stadt auf den Vorwurf der mangelnden Kommunikation. Sie schickt einen Flyer in alle Haushalte, macht eine Infoveranstaltung und hat alle Unterlagen auf ihrer Internetseite aufgeschaltet. Die betroffenen Landeigentümer wurden direkt für Informationsanlässe eingeladen.

Das Projekt tangiert gegen 130 Privatgrundstücke, wo Eigentümer Land abtreten sollen. «Der Landbedarf wird als ganz grosse Herausforderung für die Realisierung beurteilt», heisst es in der Dokumentation unverblümt. Der Kanton wird dazu nach gängigen Verfahren und Gesetzen mit den Eigentümern verhandeln müssen. Dies wird jedoch erst nach der Grundsatzabstimmung im Rahmen der konkreten Umsetzung erfolgen. Diese findet in Etappen statt. Frühestens ab 2024.

Der von Kritikern geäusserte Vorwurf, dass man nicht wisse, ob die Gesamtlösung umsetzbar sei, hält Stöckling angesichts der Dimensionen für weltfremd. «Wir brauchen erst einen Grundsatzentscheid, ehe wir die rechtlichen Verfahren starten.» Und Patrick Büeler, Projektleiter beim Kanton, sagt: «Stand heute gehen wir davon aus, dass sich das Projekt so umsetzen lässt.» Angesichts der langen Umsetzungsdauer von wohl 20 bis 30 Jahren gebe es naturgemäss viele Unwägbarkeiten und Abhängigkeiten. Allerdings spiele die Zeit auch für die Planung, sagt Stöckling. Wenn Liegenschaften erneuert würden, erlaube das neue Lösungen.

Erstellt: 24.05.2019, 16:56 Uhr

Rapperswil-Jona

Baumreihen auf Mittelinseln geben zu reden

Grüner soll sie werden, die Lebensader von Rapperswil-Jona. Die Aufwertung der Ost-West-Achse war auch Thema im Stadtforum. Stadtrat und Bauchef Thomas Furrer erläuterte anhand von Illustrationen die wichtigsten Massnahmen entlang der städtischen Hauptverkehrsachse. In der Fragerunde zeigte sich: Wenn in der Stadt Strassenräume begrünt werden, tun sich vielen Rapperswil-Jonern Fragen auf.

Die GLP beispielsweise interessierte in puncto Begrünung, ob die Baumreihen auch seitlich entlang der Trottoirs angelegt werden könnten statt wie vorgesehen auf den Mittelinseln. «Auf den Trottoirs wären sie willkommene Schattenspender für Fussgänger», begründete Astrid Amiet das Anliegen ihrer Partei. Furrer antwortete, es gäbe auf der Achse sowohl seitlich angebrachte Baumreihen als auch solche auf den besagten Mittelinseln. Dies habe auch mit den Hauseigentümern entlang der Strasse zu tun. «Auch sie haben teils auf ihren Grundstücken eine Begrünung», führte er aus. Darum sei es an jenen Orten keine Alternative, mit den Bäumen auf die Trottoirs auszuweichen.

«Klimaresistente» Bäume

GLP-Präsident Andreas Bisig merkte zum Grünraum an, es sei wichtig, an die Artenvielfalt zu denken. Und: Man könne die Mittelinseln ja auch vollständig begrünen – inklusive Bodenfläche. «Manche Gemeinden tun dies bereits», wusste er. Wie Furrer entgegnete, ist die Gestaltung der Mittelinseln noch nicht bis ins Detail festgelegt. «Ob asphaltiert, bemalt oder begrünt, ist noch offen.» Zur Artenvielfalt der Bäume meinte er schmunzelnd: «Es braucht auf jeden Fall einen Baum, der klimaresistent ist.»

Weiter kamen vom Stadtforum Bedenken, dass Bäume mögliche Gefahren mit sich bringen: Felix Elsener vom Einkaufsziel Rapperswil-Jona erwähnte vor allem grosse, knorrige und hervortretende Wurzeln. Solche würden etwa auf dem Radweg entlang der Rütistrasse zu gefährlichen Stolperfallen, schilderte er. (ran)

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