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Los entscheidet, wer Wohnung besichtigen darf

Wer eine Wohnung der Stadt Zürich besichtigen will, muss sich neu online bewerben. Ein Zufallsgenerator entscheidet letztlich, wer eingeladen wird.

Neu heisst es nicht mehr «de schnäller isch de gschwinder»: Wer zur Wohnungsbesichtigung einer Wohnung der Stadt Zürich eingeladen wird, entscheidet der Zufallsgenerator.
Neu heisst es nicht mehr «de schnäller isch de gschwinder»: Wer zur Wohnungsbesichtigung einer Wohnung der Stadt Zürich eingeladen wird, entscheidet der Zufallsgenerator.
Keystone

Die Stadt Zürich setzt künftig aufs Internet bei der Vermietung ihrer Wohnungen. Statt dass sich Interessenten wie bis anhin am Telefon die Finger wund tippen, können sie sich künftig online bewerben. Ein Zufallsgenerator lädt schliesslich 30 Bewerber zur Besichtigung ein.

Bisher hatten Interessenten während eines Zeitfensters von einer halben Stunde die Möglichkeit, bei der Stadt anzurufen, um den Besichtigungstermin zu erfahren. Wer Glück hatte, kam durch. Andere tippten sich während der 30 Minuten erfolglos die Finger wund. Bis zu 30'000 Mal wurde die im Inserat angegebene Nummer jeweils gewählt.

Dieses Glücksspiel wird nun ins Internet verschoben. Wer sich für eine Wohnung der Stadt Zürich interessiert, kann sich neu online für eine Besichtigung anmelden und später die Bewerbung auch gleich auf elektronischem Weg einreichen, wie das Finanzdepartement am Montag mitteilte.

Anmeldungen bis Freitagmittag möglich

Die verfügbaren Wohnungen werden weiterhin jeweils am Mittwoch im «Tagblatt der Stadt Zürich» und auf der Website der Stadt inseriert. Neu kann sich aber jeder, der bereits einen Online-Zugang zur Stadt hat - ein sogenanntes «Mein Konto» - bis am Freitagmittag übers Internet für eine Besichtigung anmelden.

Ein Zufallsgenerator wählt schliesslich unter den Interessentinnen und Interessenten diejenigen Personen aus - in der Regel 30 -, die zur Besichtigung eingeladen werden. Wer die Wohnung besichtigt hat, erhält im Anschluss den Link für die Bewerbung zugestellt. Der Vermietungsentscheid wird wie bisher nach dem Vier-Augen-Prinzip gefällt.

«Wer keinen Internetzugang hat, kann sich vor Ort bei Liegenschaften Stadt Zürich oder in einem der städtischen Sozialzentren anmelden», erklärte Catharina Fingerhuth vom Finanzdepartement auf Anfrage von Keystone-SDA. Sie werden auch telefonisch informiert und können die Bewerbung schriftlich einreichen. «Wir gehen davon aus, dass das nicht viele sein werden, wohl eher ältere Menschen», sagte Fingerhuth.

Schub für «Mein Konto»-Registrierungen

So erhofft sich die Stadt durch die neue Bewerbungspraxis auch, dass die Zahl jener steigt, welche sich für die Online-Dienstleistungen von «Mein Konto» anmelden. «Wir sehen in der E-Vermietung keine Hürde, sondern eine Chance», sagte Fingerhuth. Über den Zugang sind bis heute rund 30 verschiedene Dienstleistungen online abrufbar. Bis jetzt haben aber erst rund 30'000 Personen ein Konto eingerichtet, über welches etwa eine Fristverlängerung bei der Steuererklärung beantragt, Parkkarten bestellt oder Hortanmeldungen gemacht werden können.

Für die Realisierung des Projekts bewilligte der Finanzvorstand einmalige Ausgaben von 125'000 Franken, wie es in der Mitteilung heisst. Ein Teil davon entfällt auf interne Leistungen von Organisation und Informatik (OIZ). Für die Wartung und den Betrieb kommen jährliche Folgekosten in der Höhe von 45'000 Franken dazu.

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