WM-Konzert

«Wir möchten die Tonhalle Maag in ein Stadion verwandeln»

Irina Pak und Dorothy Yeung begehen neue musikalische Wege und wagen das Experiment: Eine Live-Musik-Interaktion zum Public Viewing vom Achtelfinale der WM.

Irina Pak (links) und Dorothy Yeung «kommentieren» mit More than Classic live einen WM-Match – ein spannendes Experiment.

Irina Pak (links) und Dorothy Yeung «kommentieren» mit More than Classic live einen WM-Match – ein spannendes Experiment. Bild: Makasii

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More than Classic stellt das Konzept der klassischen Musik auf den Kopf und überrascht mit einem innovativen Ansatz, der neue Wege eröffnet, um Musik zu entdecken. Für die Initiantinnen das Projekts, der Violinistin und künstlerische Leiterin Irina Pak und der Musikproduzentin und Geschäftsführerin Dorothy Yeung, ist es an der Zeit, die Menschen mit ihrem veränderten Hör-, Seh- und Akzeptanzverhalten mit neuen Konzepten zu erreichen. Das geschieht einerseits inhaltlich mit der Kombination von Musik und ausserkünstlerischen Aktivitäten wie Sport, Reisen, Essen und neue Technologien, andererseits auch räumlich durch die Wahl ungewöhnlicher Spielorte. Der erste Event von More than Classic steht im Zeichen von Musik und Sport: eine Live-Musik-Performance, in der die Musik synchron zum Live-Stream des WM-Achtelfinals gespielt wird.

Bald findet die WM statt. Für welche Mannschaft fanen Sie?
Dorothy Yeung: Ich wuchs in London neben den berühmten Wembley Stadium auf. Ich würde sagen Chelsea.
Irina Pak: Und auch für die Mannschaft More than Classic. Wir sind jetzt fleissig am Üben beziehungsweise Trainieren, damit wir beim Achtelfinale der WM am 30. Juni eine richtig starke Mannschaft sind.

Nun ist Fussball aber nicht grad die Sportart, die man mit klassischer Musik in Verbindung bringt. Sie aber bringen mit einem Ensemble von Instrumentalisten diese zwei Disziplinen zusammen. Gibt es dennoch Parallelen?
Irina Pak: Sport und Musik sind sich sehr ähnlich und viel näher, als man denkt. Der Weg eines Sportlers und der Weg eines Musikers beginnen beide so früh wie möglich und verlangen eine langjährige und intensive Arbeit. Nur so besteht die Möglichkeit, in einer Top-Liga zu spielen. Man muss jederzeit bereit sein, sein Bestes zu geben, über die Grenzen zu gehen und alle Emotionen und Energie da reinzusetzen.

Und im konkreten Ablauf?
Irina Pak: Sicher ist ein Fussball-Match für Sportler dasselbe wie ein Konzert für Musiker. Wir bereiten uns vor, üben bestimmte Abläufe und trainieren unsere Fähigkeiten. Wenn wir auf die Bühne gehen, möchten wir das Ergebnis unserer Arbeit zeigen, sowie auch spontan und flexibel bleiben, um auf das Geschehen reagieren zu können.

Sie haben sich mit More than Classic für einen ungewöhnlichen musikalischen Weg entschieden: zusammenzubringen, was nicht offensichtlich zusammen gehört. Mit welcher Überlegung?
Irina Pak: Das Herz von More than Classic ist das Aussergewöhnliche. Wir wollen Musik in einer neuen Form und Perspektive präsentieren und damit den Zuhörern mehr als eine gewöhnliche Konzerterfahrung bieten – beyond usual!

Der erste Event steht im Zeichen von «Music & Sport» und beschert dem Publikum nebst einem Hör- auch ein Seherlebnis. Ein WM-Match wird sozusagen klangvoll «kommentiert». Wie muss man sich das vorstellen?
Irina Pak: Die Musik wird jede Bewegegung des Balls und jeden emotionalen Moment widerspiegeln. Der Rhythmus spielt eine grosse Rolle – nicht nur in Musik, sondern auch in Sport. Er lässt unsere Herzen im Rhythmus der Bewegung höher schlagen. Wir haben eine ganz ungewöhnliche Ensemblebesetzung, mit viel Perkussion, was uns sicher dabei helfen wird, die Spannung des Spiels musikalisch zu gestalten.

Dabei ist wohl improvisatorisches Geschick notwendig. Gibt es auch eine Art Regelwerk, an das Sie sich halten können?
Irina Pak: Es wird bis zum Schluss spannend bleiben. Wir haben verschiedene Tricks auf Lager, die in besonderen Spielmomenten zum Einsatz kommen werden. Am Anfang des Konzerts bekommt das Publikum gewisse Hinweise, eine Art Einleitung. Mehr können wir nicht verraten, sonst ist der Überraschungseffekt vorbei.

Das haben Sie sicherlich eingeübt. Was haben Sie dabei für Erfahrungen gemacht?
Irina Pak: Genau wie im Sport braucht es Zeit, um Musiker dazuzubringen, als Team aufzutreten. Gleichzeitig ist jeder von uns ein Individualist und spielt seine Rolle entsprechend seinem Charakter und seinem Stil. Die Proben waren sehr intensiv und sehr spannend. Es ist eine unglaubliche und neue Erfahrung für uns alle.

«Die Leute sollen mitfiebern, mithelfen, mitschreien, sich freuen und sich frei und ungezwungen  fühlen.»Dorothy Yeung

Und wie denken Sie, wird das Publikum diese Liaison aufnehmen?
Dorothy Yeung: Es ist eine neue Erfahrung, sich auf diese Liaison einzulassen.Das Zürcher Publikum ist sehr offen, innovativ und begeisterungsfähig. Mit unseren Events möchten wir bei den Besuchern das innere Feuer anzünden. Wir hoffen, dass alle, die ins Konzert kommen, viel Spass haben und es als etwas Einzigartiges in Erinnerung behalten werden.

Was war Ihre Motivation, zwei so unterschiedliche Disziplinen zu vereinen?
Dorothy Yeung: Unser Verein More than Classic hat sich aus dem Wunsch, etwas Einzigartiges, Ungewöhnliches zu kreieren, zusammengesetzt. Alle Mitwirkenden sind Profis in ihrem Fach. Mit diesen Voraussetzungen war es möglich, solche Gegensätze zu vereinen.

Sie spielen mit Brüchen und Visionen. Liessen sich problemlos interessierte Mitmusiker für dieses Projekt begeistern oder mussten Sie hartnäckig dafür werben?
Dorothy Yeung: Wir sind sehr glücklich, dass wir für dieses Projekt die wunderbare junge Multiperkussionistin und Komponistin aus Grossbritanien, Lucy Landymore, gewinnen konnten. Zum Ensemble gehören auch hervorragende namhafte Schweizer und internationale Musiker, Künstler des Tonhalle-Orchesters Zürich und aus der internationalen Jazzszene. Sie waren von dieser Idee genauso begeistert und inspiriert wie wir auch. Besonders freuen wir uns auf den BMX-Künstler und zweifachen Guiness-Weltrekordhalter Chris Böhm; er tritt mit seiner Show «BMX & Fussball & Violine» auf.

«Music & Sport» soll der Anfang einer Reihe sein, mit der More than Classic auf andere Orte oder Begebenheiten eingeht. Haben Sie also noch weitere Projekte in petto?
Dorothy Yeung: Für das nächste Jahr sind unter anderem Themen wie «Music & Travel», «Music & Food» oder «Music & Fashion» geplant. Gerne werden wir unsere Events auch in Ausland vorstellen.

Woher holen Sie sich denn die Inspiration?
Irina Pak: Die Inspiration ist um uns herum: die Musik, das Leben, die kleinen Momente des Daseins… Das Musizieren und der Austausch mit dem Publikum gibt uns immer wieder neue Inspiration. Es gibt uns die Möglichkeit, uns in der Sprache auszudrücken, die wir am besten beherrschen: die Musik.

Zurück zur Live-Performance während der WM. Ein mutiges Projekt, dieses Konzert, das in der Tonhalle Maag stattfinden wird. Was erwarten Sie für ein Publikum?
Dorothy Yeung: Wir wollen wirklich die klassische Schablone durchbrechen und Menschen mit unterschiedlichen Leidenschaften und Interessen zusammenbringen. Wir bringen eine neue Generation von Zuhörerinnen und Zuhörer zusammen, die aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Bereichen kommen. Unser Wunsch ist es, nachhaltige Beziehungen anzukurbeln, Ideen umzusetzen und ein vielseitiges Publikum zu begeistern. Wir sind sicher, dies wird der hohen kulturellen Attraktivität von Zürich und Umgebung neue Impulse verleihen.

Man sieht sie vor sich, die Männer in Anzug und Krawatte, die beim ersten Goal die Contenance verlieren, regelrecht ausflippen und auf den Stühlen tanzen... Ist das Ensemble auf solche Reaktionen vorbereitet?
Dorothy Yeung: Wir möchten die Tonhalle Maag in ein Stadion verwandeln. Die Leute sollen mitfiebern, mithelfen, mitschreien, sich freuen und sich frei und ungezwungen füllen.

Ein Konzert also, das in jeder Hinsicht Emotionen wecken soll. Und was haben Sie persönlich für Erwartungen?
Irina Pak: Sie haben absolut Recht, und ja, wir erwarten einen emotionalen Austausch zwischen Musikern und Publikum. Für uns Musiker ist es natürlich auch ein ganz neues spannendes und ergreifendes Erlebnis. Auch für uns ist es ein Experiment, und wir freuen uns sehr darauf.


More than Classic – «Music & Sport»
Samstag, 30. Juni, 19 Uhr. Tonhalle Maag, Zürich. Tickets: Tickets: Hotline 0900 441 441, www.ticketino.ch sowie alle üblichen Vorverkaufsstellen.ch. Infos: www.morethanclassic.ch.
(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 07.06.2018, 09:44 Uhr

Ticketverlosung

«Music & Sport» – Die «Zürichsee-Zeitung» verlost dreimal zwei Tickets. Die Gewinner werden per Mail informiert, die Tickets an der Kasse hinterlegt.
Kennwort: Music & Sport
Teilnahme: Bitte per Mail an ticketverlosung@zsz.ch bis Montag, 11. Juni, 8 Uhr (Name und Telefon- oder Handynummer angeben). Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnahme ist nur einmal pro Person möglich; Mitarbeiter von Tamedia sowie deren im selben Haushalt lebende Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.red

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