Zürich

1000 Jahre Wallfahrt dokumentiert

Seit über 1000 Jahren pilgern Gläubige zum Kloster Einsiedeln, das heute eines der bedeutendsten internationalen Pilgerziele ist. In einer Ausstellung zeigt das Landesmuseum Zürich die Geschichte des Klosters und seiner Wallfahrt.

Das Kloster Einsiedeln ist derzeit Inhalt einer Ausstellung im Landesmuseum Zürich.

Das Kloster Einsiedeln ist derzeit Inhalt einer Ausstellung im Landesmuseum Zürich. Bild: Keystone

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Als klar war, dass nicht einfach die Klostersammlung präsentiert werden soll, sondern im Neubau des Landesmuseums die Geschichte des Pilgerns mit moderner und interaktiver Technik dargestellt werden soll, sei bei im der Funke gesprungen, sagte Urban Federer, der Abt des Klosters Einsiedeln, am Mittwoch vor den Medien.

Das Kloster ist mit über 300 Leihgaben aus dem 9. bis 20. Jahrhundert der grösste Leihgeber der Schau, die mit Filmdokumenten, Musik und Hörstationen angereichert ist. Zu den wichtigsten gezeigten Objekten gehört eine Handschrift, die dem heiligen Meinrad gehört haben soll, ein Kelch von König Karl von Rumänien und die prachtvollen Kleider und Schmuckstücke der Schwarzen Madonna. Die Ausstellung dauert vom 16. September 2017 bis 21. Januar 2018.

Erzählt wird von der religiösen und politischen Geschichte, der Marienverehrung sowie von der bis heute andauernden Bedeutung des Klosters als Pilgerstätte. Seit der Gründung wird das Kloster von Päpsten, Kaisern, Königen sowie Bürgerinnen und Bürgern mit Geschenken und Spenden bedacht.

In einem «Guttäterbuch», das bis 1785 geführt wurde, sind die Gaben dokumentiert. Während einige Geschenke verloren gingen, sind viele Kostbarkeiten erhalten geblieben: Von einfacheren gemalten Votivtafeln bis hin zu prunkvollen Goldkelchen werden die Gaben in Erinnerung an frühere Pilger aufbewahrt.

Zu den wertvollen Geschenken aus dem 17. Jahrhundert gehört eine Krone von Erzherzog Maximilian III. und ein blumenbestickter «Türkenteppich» von Kaiser Leopold I. Die Ausstellung präsentiert auch zahlreiche Gewänder für die Schwarze Madonna, vom Engelweihekleid aus dem Jahr 1685 bis zu zeitgenössischen Schenkungen aus Korea und Indien.

Folgen der Französischen Revolution überlebt

Von der bescheidenen Klause des Benediktinermönchs Meinrad um 860 bis zur heutigen barocken Klosterkirche durchlebte die Abtei nicht nur zahlreiche Blütezeiten, sondern auch Krisen.

Dank der Ausstrahlung des Pilgerortes überlebte die Abtei die Reformation und die Folgen der Französischen Revolution. Die französischen Truppen plünderten zwar den heiligen Ort, raubten Wertgegenstände und zerstörten Bilder sowie Mobiliar.

Die Mönche konnten jedoch das Heiligste, das Gnadenbild, rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nach dem Abzug der Franzosen kehrte es zurück - und mit ihm die Pilger. Mit einer neuen Welle der Frömmigkeit, die im 19. Jahrhundert einsetzte, begann auch für Einsiedeln eine neue Blütezeit. Heute besuchen pro Jahr eine halbe Million Menschen das Dorf und das Kloster. (mst/sda)

Erstellt: 13.09.2017, 14:20 Uhr

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