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Keine Vorschriften für Schweinefleisch

Der Zürcher Kantonsrat will sich nicht die Menugestaltung von Schulen und anderen Institutionen einmischen. Er hat am Montag eine Einzelinitiative abgelehnt, welche ein Verbot von Rücksichtnahme aus religiösen Gründen forderte.

Essensausgabe an einer Zürcher Tagesschule: Der Kantonsrat will Schulen und anderen Institutionen den Menüplan nicht vorschreiben.
Essensausgabe an einer Zürcher Tagesschule: Der Kantonsrat will Schulen und anderen Institutionen den Menüplan nicht vorschreiben.
Symbolbild, Keystone

Auslöser für die Einzelinitiative waren zwei Fälle von Schweinefleisch-Verboten, die es in die Medien schafften. Der erste Fall war im Kanton Schaffhausen, wo Zivilschützer zum Schutz religiöser Minderheiten kein Schweinefleisch mehr zu essen bekamen.

Ebenfalls in die Medien schaffte es die Primarschule Uster, an der über Mittag aus Rücksicht auf einige muslimische Schüler kein Schweinefleisch mehr aufgetischt wird.

Die anderen Schüler würden somit gezwungen, auf Schweinefleisch zu verzichten, schrieb der Initiant in seinem Vorstoss. Ein solcher Zwang dürfe von den Behörden nicht akzeptiert werden. Mit seiner Einzelinitiative wollte er erreichen, dass im Kanton Zürich niemand mehr daran gehindert wird, Schweinefleisch zu essen.

Menuplan für die christliche Mehrheit

Unterstützung erhielt die Einzelinitiative allerdings einzig von der EDU. Sie befürwortete ein Verbot dieser gastronomischen Rücksicht auf andere Religionen. «Der Menuplan soll sich an der christlichen Mehrheit orientieren», sagte Hans Egli (Steinmaur).

Die fünf EDU-Stimmen reichten aber längst nicht für die vorläufige Unterstützung. Dazu hätte es 60 Stimmen gebraucht. Viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier teilten zwar die Haltung des Initianten, dass sich die Mehrheit nicht der Minderheit anpassen müsse. Sie lehnten den Vorstoss aber als untaugliches Mittel ab.

Gesetzliche Regeln zur Menugestaltung seien der falsche Weg, sagte etwa Jean-Philippe Pinto (CVP, Volketswil). Dieser Meinung war auch die BDP und die FDP. Die SP wiederum betonte, dass es heute ohnehin gängig sei, eine vegetarische Alternative anzubieten. Die Diskussion müsse deshalb gar nicht religiös geführt werden.

SDA/mst

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