Zum Hauptinhalt springen

Kanton Zürich ist günstig für den Mittelstand

Für den Mittelstand ist Zürich ein steuerfreundlicher Kanton. Anders sieht es bei extrem hohen oder niedrigen Einkommen aus.

Bei der Vermögenssteuerbelastung belegt der Kanton Zürich im nationalen Vergleich den sechsten Platz.
Bei der Vermögenssteuerbelastung belegt der Kanton Zürich im nationalen Vergleich den sechsten Platz.
Keystone

Der Kanton Zürich hat im vergangenen Jahr seinen zehnten Platz im interkantonalen Steuerwettbewerb verteidigen können. Günstig ist der Kanton vor allem für den Mittelstand, wie aus dem am Donnerstag publizierten Steuerbelastungsmonitor der Finanzdirektion hervorgeht.

Der Durchschnittswert für die Belastung durch die Einkommenssteuer sei 2014 für den Kanton Zürich um 1,7 Punkte auf 92,8 Prozent des nationalen Mittels gesunken, heisst es in der Mitteilung. Die Steuerbelastung für die Bevölkerung liege damit klar unter dem Landesdurchschnitt.

Rangmässig hat sich diese Verbesserung nicht ausgewirkt, weil die Werte der anderen Mittelfeld-Kantone ebenfalls gesunken sind. Die Verbesserung habe aber dazu geführt, dass Zürich seine gute Postion habe festigen können, schreibt die Finanzdirektion. An der Spitze der Rangliste der steuergünstigsten Kantone standen auch 2014 unverändert Zug, Schwyz und Genf.

Schlechte Klassierung bei sehr hohen oder tiefen Einkommen

Der Steuerbelastungsmonitor belegt laut Finanzdirektion einmal mehr, dass der Steuertarif im Kanton Zürich «sehr mittelstandsfreundlich» sei. Bei den ledigen Steuerpflichtigen liege Zürich für Bruttoeinkommen von 60'000, 100'000 und 200'000 Franken auf den Rängen 3, 4 und 7 der günstigsten Kantonen. Die Belastung in den Kantonen Genf, Basel-Stadt, Bern oder Aargau sei deutlich höher.

Bei einem Bruttoeinkommen für Ledige von 60'000 Franken sei die Belastung in der teuersten Zürcher Gemeinde noch tiefer oder zumindest nicht höher als in der günstigsten Gemeinde der Nachbarkantone. Nur in Schwyz und Zug sei sie tiefer. Ähnlich sei die Situation bei Verheirateten mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 100'000 und 200'000 Franken.

Im Vergleich der Kantonshauptorte schneidet gemäss dem Steuermonitor die Stadt Zürich trotz ihres im innerkantonalen Vergleich überdurchschnittlich hohen Steuerfusses von 119 Prozent sehr gut ab. Bei den ledigen Steuerpflichtigen mit einem Bruttoeinkommen von 50'000 bis 70'000 Franken liegt sie auf dem dritten Rang - nur Schwyz und Zug sind in diesem Segment noch günstiger. Durchwegs schlechter klassiert sind der Kanton Zürich und seine Gemeinden bei den sehr hohen und tiefen Einkommen.

Konkurrenzfähiger Unternehmensstandort

Bei der Vermögenssteuerbelastung belegt der Kanton Zürich im nationalen Vergleich den sechsten Platz. Das sei «sehr gut», schreibt die Finanzdirektion und darauf zurückzuführen, dass der Kanton Zürich bei Vermögen bis zu etwa einer Million Franken mit den Tiefsteuerkantonen Zug und Schwyz mithalten könne. Ab etwa 5 Millionen schneide Zürich aber schlechter ab als alle Nachbarkantone.

Bei der Unternehmenssteuer-Belastung liegt der Kanton Zürich unverändert auf dem 21. Rang. Das sei zwar deutlicher schlechter als bei den Einkommenssteuern der natürlichen Personen, aber Zürich sei damit weiterhin vor den Stadtkantonen Basel und Genf sowie der Waadt als wichtigste Konkurrenten beim Wettbewerb um Unternehmensstandorte platziert.

Im internationalen Vergleich zeichne sich Zürich ebenfalls unverändert durch eine tiefe Unternehmenssteuerbelastung aus, hält die Finanzdirektion weiter fest. Im globalen Vergleich sei die Position des Kantons Zürich weiterhin gut.

Steuerbelastung nicht allein entscheidend

Die SP bezeichnet den Steuerbelastungsmonitor als «alten Wein in einem alten Schlauch». Der Monitor greife zu kurz und suggeriere, dass einzig und allein die Steuerbelastung für einen Standortentscheid von Privaten oder Unternehmen ausschlaggebend sei.

Diese Wahl werde jedoch nicht mit dem Taschenrechner getroffen. Die Steuerbelastung sei nur einer von vielen Faktoren. Andere, wie die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften, eine gute Verkehrsinfrastruktur oder ein attraktives Kulturangebote seien viel entscheidender.

SDA/ori

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch