Winterthur

Interimsleitung für die Brühlberg-Schule

Die Schulkinder der Brühlberg-Schule wissen seit Samstag zwar, wo sie künftig zur Schule gehen, doch ihre künftige Lehrperson kennen sie noch nicht.

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Am Samstag haben stadtweit alle Kinder, die vor einem Klassenwechsel stehen, die Einteilung erhalten. In der Regel enthält der ersehnte Brief neben Infos zum Schulhaus, der Klasse und dem Stundenplan auch den Namen der künftigen Lehrpersonen. Bei den Brühlberg-Kindern war dies nicht der Fall. «Sie kennen zwar nun ihr Schulhaus und den Stundenplan, doch die offizielle Klassenverfügung konnten wir ihnen aus zeitlichen Gründen noch nicht zustellen», sagt Felix Müller, Präsident der Kreischulpflege Stadt-Töss.

Die anfechtbare Verfügung soll jedoch in den nächsten Tagen versandt werden. Damit die Eltern trotzdem einen Anhaltspunkt haben, wie es weitergeht, erhielten sie einen Infobrief. Daraus geht hervor, dass es wie angekündigt nach den Ferien nur noch drei statt vier Klassen mit jeweils zwei Jahrgängen geben wird. Die Kreisschulpflege hatte die Eltern Mitte Mai schriftlich gebeten, sich zu äussern, ob sie eher übergrosse Klassen möchten oder eine Umteilungen in ein anderes Schulhaus bevorzugen würden.

Gemäss Müller haben sich in der Folge ein knappes Dutzend Eltern gemeldet und sich bereit erklärt, ihre Kinder künftig im Schulhaus Neuwiesen oder im Schulhaus Tössfeld unterrichten zu lassen. «So kam ein gut helvetischer Kompromiss zustande: Die 1./2. Klasse wird eher klein sein, die 3./4. Klasse durchschnittlich und nur die 5./6. Klasse wird übergross sein. Wir konnten allen Wünschen gerecht werden», sagt Müller. Man habe darauf geachtet, dass kein Kind, das nicht wollte, wechseln musste. Und vor allem habe man darauf geachtet, dass kein Sechstklässler vor Ende der Primarschulzeit umgeteilt wurde. Die übergrosse Klasse, die 25 Kinder zählt, soll Entlastung erhalten. Das bedeutet laut Müller , dass teils Halbklassenunterricht möglich wird.

Auch an der Personalfront hat sich einiges getan. Eine neue Schulleitung wird zwar noch gesucht, doch die Kreisschulpflege hat inzwischen zwei interimistische Schulleitungspersonen verpflichtet, die ihre Arbeit bereits aufgenommen haben. Annette Schifferli und Georld Schoch sollen das laufende Schuljahr abschliessen, das neue vorbereiten und die neuen Lehrpersonen rekrutieren. Gemäss Müller handelt es sich um so genannte Springer, die zur Überbrückung angestellt wurden. «Es wäre nicht möglich gewesen, in so kurzer Zeit regulär eine Schulleitung anzustellen.» Beide seien erfahrene Schulleitende, die sich schnell in die Situation eingedacht hätten.

Eine Lehrerin nimmt Kündigung zurück

Die interimistische Leitung wird gemeinsam mit der Schulpflege auch die künftigen Lehrpersonen rekrutieren. Bereits klar ist, dass eine Lehrerin, die gekündigt hatte, ihre Kündigung zurückgezogen hat. Müller bestätigt, dass man den noch amtierenden Lehrpersonen allen angebotenhabe, auf die Kündigung zurückzukommen. Auch sonst sei er zuversichtlich, dass in den nächsten Tagen die noch offenen Stellen besetzt werden könnten.

Die Eltern zeigen sich auf Anfrage konsterniert. «Wir fühlen uns ohnmächtig. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als diese Informationen hinzunehmen», sagt Marcel Vosswinkel, Präsident des Elternrats. Dass viele Eltern einem Schulhaus-Wechsel freiwillig zugestimmt hätten, sei verständlich: «Jeder denkt an das Wohl des eigenen Kindes und die Brühlberg-Schule steht im Moment unter keinem guten Stern.» Er glaube durchaus daran, dass es mit der Schule weitergehe. «Aber darum geht es uns gar nicht, die Frage ist, was haben wir verloren und was hat das alles gekostet», sagt Vosswinkel.

Die Kreisschulpflege Stadt-Töss hat für heute Dienstagabend Vertreter des Elternrats zu einem Informationsaustausch eingeladen. Sie will über Personalentscheide und weitere Schritte orientieren. Neben dem Leiter der Taskforce Brühlberg, Beat Meier, und Schulpflegerin Iris Brom wird auch Müller am Gespräch dabei sein. Für Vosswinkel ist das unverständlich. «Das Versprechen, dass Felix Müller bei der Brühlberg-Schule in den Hintergrund tritt, scheint ein reines Lippenbekenntnis zu sein.»

Müller sagt dazu, die Einladung sei auch an die Eltern des Schulhauses Neuwiesen gegangen, für die er weiterhin zuständig sei. Zudem trage er weiter die Gesamtverantwortung und sei auch näher am Tagesgeschehen dran. «So kann ich allfällig aufkommende Fragen beantworten. Er wolle sich aber grundsätzlich im Hintergrund halten, verspricht Müller. (Der Landbote)

Erstellt: 12.06.2017, 17:12 Uhr

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