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Im Kosmos sollen sich alle treffen

Das neue, 5000 Quadratmeter grosse Kulturhaus Kosmos im Langstrassenquartier schenkt der Stadt Zürich ein Kino, ein Bistro, einen Buchsalon und auch einen neuen Platz.

Im Kulturhaus Kosmos an der Ecke Lager- und Langstrasse soll ab September diskutiert, gelesen, gegessen und geschaut werden.
Im Kulturhaus Kosmos an der Ecke Lager- und Langstrasse soll ab September diskutiert, gelesen, gegessen und geschaut werden.
zvg

Das Kulturhaus Kosmos an der Ecke Lager-/Langstrasse im Zürcher Chreis Cheib ist noch ein Rohbau. Ab dem 1. September werden im heute kargen 5000-Quadratmeter-Bau über 100 Personen im Bistro, im Forum für Veranstaltungen, im Buchsalon, im Kosmos-Kino mit seinen sechs Sälen und in der Lounge arbeiten.

Die Köpfe der Kosmos Kultur AG führten die anwesenden Medien gestern auf einer Erstbe­gehung durch die Räumlichkeiten des neuen Zürcher Kulturzentrums. Die Initianten des neuen Kulturhauses am Ende der Europaallee sind Filmemacher Samir Jamal Aldin und Sphères-Gründer Bruno Deckert. Sie ­haben weitere «Kulturtäter», wie sie sie nennen, mit ins Kosmos-Boot geholt. Die da wären: Gastronom Alain Voser, Kulturmanagerin Ursina Merkt, Kinoleiterin Marisa Suppiger sowie der jahrelange Intendant des Moods Reto Bühler und Buchsalon-Leiterin Svenja Schiketanz.

Kein subventionierter Betrieb

Besonderen Wert legt das Kosmos-Team darauf, dass es sich bei seinem Konzept um keinen subventionierten Kulturbetrieb handelt. Bauherrin des Gebäudes sind die Schweizerischen Bundesbahnen, die den Ausbau mit8 Millionen Franken vorfinanziert haben. Die Rückzahlung erfolgt durch die Aktiengesellschaft über eine Mietdauer von 20 Jahren hinweg. Die restlichen 45 Prozent der Gesamtinvestitionssumme von rund 16 Millionen Franken trägt die Kosmos Kultur AG selber.

Martin Roth, Geschäftsführer der AG, führt durch die Räumlichkeiten, die einer «besonderen Raumabwicklung» folgen. Der Rundgang durch das Kulturhaus beginnt im Erdgeschoss.

Bistro: Geschäftsführer Roth beschreibt das künftige Restaurant, dessen Eingang auf der Seite der Lagerstrasse liegt: «Das ist der öffentliche Teil des Kosmos, der 365 Tage im Jahr geöffnet hat.» Die Abendsonne auf dem Vorplatz teilt sich das Lokal mit dem angrenzenden Hotel 25 Hours, das im April seine Türen öffnet. Filmemacher Samir sagt: «Zürich bekommt einen neuen Platz, direkt an der Langstrasse.» Das Küchenkonzept umschreibt Gastronom Voser mit den Worten «französisch-metropolitan». Im Inneren bietet das Bistro für rund 100 Personen Platz, mit dem Aussen­bereich steigt die Zahl auf 200.

Forum: Über den Haupteingang auf der Gleisseite oder das Bistro durchquerend gelangt man ins «Herzstück» des Kosmos. Die Sitztreppe soll für Podien und Veranstaltungen genutzt werden. Reto Bühler sagt dazu: «Dieser Bereich ist geistig und räumlich durchlässig.» Dort wird ab September jeweils montags die Reihe «Kosmopolitics» durchgeführt, eine Diskussionsrunde zu politischen und kulturell aktuellen Themen. Der offene Kern­bereich geht über den Eingangsbereich des Kinos weiter zur Lounge, die wiederum an den begrünten Innenhof grenzt. Das Forum bietet für rund 350 Personen Platz und kann gemietet werden.

Buchsalon: Im Obergeschoss des Kosmos soll eine Art ­«Sphères 2.0» entstehen, wie Roth sagt. Das Lokal von Bruno Deckert in der Nähe des Escher-Wyss-Platzes im Kreis 5 ist ein Buchladen mit integriertem Café. Der Buchsalon im neuen Kulturhaus funktioniere nach dem gleichen Prinzip, sei lediglich etwas grösser. Deckert sagt: «Fast niemand kauft mehr Bücher, ich aber glaube an sie.» Der Salon werde mit Sitzgelegenheiten entlang der Fensterfront mit Blick zur Langstrasse ausgestattet sein. Auch eine Theke mit Verpflegung wird es geben. Im Angebot werde es vor allem zeitgenössische Literatur haben.

Lounge: Angrenzend an den Haupteingang sowie das Forum befindet sich im Erdgeschoss die Bar des Kosmos. Den Initianten schwebt ein Verpflegungsort für vor oder nach den Veranstaltungen vor. Entstanden ist die Bar mit Blick auf die Gleise durch einen baulichen Zufall. Weil der darunterliegende Kinosaal 1 wegen des Grundwasserspiegels angehoben werden musste, führen nun vier Stufen vom Forum in den Loungebereich.

Kino: Im Untergeschoss befinden sich sechs Kinosäle mit Platz für 85 bis 227 Zuschauer. Ein 80 Meter langer Gang verbindet sie miteinander. Kinoleiterin Suppiger sagt: «Das Programm richtet sich an ein breites Publikum. Wir werden unbekannte Nischen­filme bis hin zu mainstreamigen Arthouse-Filmen zeigen.» Filmproduzent Samir betont: «Die Säle verfügen über die neuste Technik.» Er meint 3-D-Formate und Deckenlautsprecher.

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