Zürichsee

Idee für eine Mini-Solarfähre auf dem See lanciert

Das Projekt einer Personenfähre auf dem Zürichsee soll die Region touristisch aufwerten. Bis zur Realisierung warten noch einige Hürden. Die ersten Signale sind aber positiv.

Vorbild: Diese Solarfähre verkehrt auf dem Bodensee zwischen Mannenbach TG und der Klosterinsel Reichenau.

Vorbild: Diese Solarfähre verkehrt auf dem Bodensee zwischen Mannenbach TG und der Klosterinsel Reichenau. Bild: PD

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Die Idee erscheint einleuchtend. Ein Boot, dessen Dach nicht nur Schatten spendet, sondern mithilfe der Sonne auch Strom erzeugt. So angetrieben würde es die Häfen von Rapperswil und Lachen verbinden und den Fahrplan der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) ergänzen.

Der Mann hinter der Idee ist Silvan Manhart. Der Projektleiter des Vereins Agglo Obersee ist ein Fan von Fähren. Er war es, der die Idee einer Fährverbindung zwischen Schmerikon und Tuggen lancierte, die mittlerweile von der Linthkommission geprüft wird. Vorbild: die Fähre über die Limmat beim Kloster Fahr in der Nähe von Schlieren.

Das Vorbild vom Bodensee

Manhart ist es auch, der die Idee einer Solarfähre über den Obersee aufs Tapet bringt. Seine Inspiration hierfür holte er sich auf einem privaten Ausflug an den Bodensee. Zwischen der Klosterinsel Reichenau und dem thurgauischen Mannenbach verkehrt seit 2002 eine Solarfähre. Pro Saison fährt sie rund zweitausendmal über den Untersee, wobei sie auf jeder Fahrt maximal zwölf Personen transportieren kann. Sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von zwölf Stundenkilometern fast geräuschlos übers Wasser. Dies mithilfe zweier Elektromotoren, die ihren Strom aus Akkumulatoren beziehen, welche ihrerseits über das Solardach von der Sonne kontinuierlich aufgeladen werden. An bedeckten Tagen muss allerdings Strom zugetankt werden.

Auf Anfrage erklärt Silvan Manhart, das Projekt stecke noch in den Kinderschuhen. Mit rund vier Kilometern ist die Distanz zwischen Rap- perswil und Lachen etwa doppelt so gross wie zwischen der Insel Reichenau und Mannenbach. Es brauche folglich eine leistungsfähigere technische Ausstattung des Solarbootes, sagt Manhart. Infrage kämen auch ein E-Boot oder eine dieselbetriebene Fähre. «Ein Solarboot wäre aber natürlich ein Highlight», fährt Manhart fort.

Mit der Fähre soll der geplante Obersee-Rundweg etappierbar und damit zusätzlich attraktiv gemacht werden. Manhart stellt sich mehrere Verbindungen pro Tag vor, und dies – wie am Bodensee – nur im Sommerhalbjahr. Als Anlegestellen kämen in Rapperswil-Jona entweder der Steg bei der Hochschule (HSR) oder derjenige in Busskirch infrage.

Geld für Pilotbetrieb

Die Gemeinde Lachen hat in ihr Budget für 2019 bereits einen Betrag von 40 000 Franken für die Beteiligung an einem Pilotbetrieb aufgenommen. Auch aus Rapperswil-Jona sind die Signale laut Stadtschreiber Hansjörg Goldener positiv. Sobald ein konkretes Projekt vorliege, werde der Stadtrat voraussichtlich einen Kredit sprechen. Der Verein Agglo Obersee sucht derweil nach möglichen Betreibern der Fähre. Eine Einbindung in den ZSG-Betrieb wäre für Silvan Manhart der Idealfall. Konkrete Verhandlungen haben aber noch nicht stattgefunden.

Die ZSG habe Kenntnis vom Solarboot-Projekt. Es habe diesbezüglich einen Austausch mit Agglo Obersee gegeben, erklärt Mediensprecherin Wiebke Sander auf Anfrage. Eine Einschätzung könne sie allerdings noch nicht liefern, da das Projekt noch nicht spruchreif sei. Silvan Manhart hofft auf einen baldigen Testbetrieb auf dem Zürichsee. Wenn möglich 2019, auch wenn der eingefleischte Fährenliebhaber einräumen muss, dass das ein sportlicher Zeitplan ist. Aber dann sicher 2020.

Übrigens: Wer glaubt, der vergangene, überaus sonnenreiche Sommer hätte aus dem Solar-Fährbetrieb fast schon einen Selbstläufer gemacht, irrt. Im September musste die Bodensee-Fähre ihren Betrieb wegen Niedrigwassers einstellen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.12.2018, 14:25 Uhr

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