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«Hoffe, dass wir tolerant bleiben»

Patrick Gmür, Zürichs scheidender Stadtbaumeister, erlebte Freudiges und Frustrierendes. Bei Spaziergängen durch die Agglomeration ist er ganz froh, in Zürich zu wohnen.

Herr Gmür, nach sieben Jahren treten Sie als Zürichs Stadtbaumeister zurück. Ihre Amtszeit fiel in eine Zeit des Baubooms. Der vorherrschende Häusertyp dieser Zeit sind klotzige Bauten mit Flachdach und grossen Fenstern. Wie kommt das?Patrick Gmür:Für Bauherren gibt es heute kaum neues Bauland. Also will man das vorhandene möglichst maximal ausnützen. Das führt dazu, dass die Häuser etwas grösser und breiter werden. Und die grossen Fenster entsprechen einem Bedürfnis nach Luft und Licht. Wenn wir das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft ernst nehmen, müssen wir das aber hinterfragen. Beim Fensterrahmen passiert immer der grösste Wärmeverlust. Es braucht eine Veränderung. Vielleicht sehen wir in zehn Jahren wieder mehr Häuser mit kleineren Fenstern.

Eine Stadt braucht auch Vielfalt. Was derzeit in den städtischen Ballungsräumen neu gebaut wird, wirkt eher wie ein ­Einheitsbrei ...Architektur ist nicht gefeit vom Zeitgeist. Ob das richtig ist oder, wie Sie andeuten, Monotonie erzeugt, kann man sich fragen. Aber man muss auch sehen: Wenn man Kostendruck hat und günstige Wohnungen bauen will, hat man gar nicht so viele Möglichkeiten.

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