Winterthur

Zweitägiger Prozess im Fall Hanfpapst

In einem Monat stehen zwei Männer wegen des Mords am Tössemer «Hanfpapst» vor Gericht.

Wurde wahrscheinlich wegen eines «schiefgelaufenen Drogendeals» umgebracht: Der Winterthurer «Hanfpapst» Martin Frommherz.

Wurde wahrscheinlich wegen eines «schiefgelaufenen Drogendeals» umgebracht: Der Winterthurer «Hanfpapst» Martin Frommherz.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 25. und 26. November kommt es am Bezirksgericht Winterthur zu einer ersten Verhandlung im Fall des getöteten Winterthurer «Hanfpapstes» Martin Frommherz. Der zuständige Staatsanwalt Michael Scherrer bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht von Radio Top. «An den Prozesstagen sind zwei Männer vorgeladen», sagt Scherrer. «Einerseits der Hauptangeklagte, der auch wegen eines weiteren Delikts vor Gericht steht, andererseits ein weiterer erwachsener Angeklagter.»

Beim Hauptangeklagten handelt es sich um einen 22-jährigen iranischen Staatsangehörigen aus Winterthur. Laut der Staatsanwaltschaft soll der Mann am 6. Mai 2014 den Tössemer Frommherz in dessen Wohnung vorsätzlich getötet haben. Hintergrund war ein Raubüberfall auf den als «Hanfpapst» stadtbekannten Mann. Der Angeklagte ist zwar grundsätzlich geständig, spricht aber von Notwehr. Die Staatsanwaltschaft fordert elf Jahre Haft.

Weitere Beteiligte

Vor der Tat kam es zu einem Überfall auf Frommherz. Daran waren drei weitere junge Männer beteiligt. Einer war zum Tatzeitpunkt ebenfalls bereits erwachsen. Ihm wird keine Beihilfe an der Tötung, aber eine Beteiligung am Überfall und Unterlassung der Nothilfe vorgeworfen.

Die zwei zum Tatzeitpunkt minderjährigen Beteiligten wurden wenige Tage nach der Tat der Jugendstaatsanwaltschaft Winterthur zugeführt. Zum Stand dieser beiden Verfahren konnte gestern nichts in Erfahrung gebracht werden.

Der Mord an Martin Frommherz warf im Frühling 2014 hohe Wellen. Sein langjähriges Engagement für den «Rohstoff Hanf» brachte ihm den Übernamen Hanfpapst ein. Schlagzeilen machte Frommherz zudem als bekennender Antifeminist und Bundesratskandidat. (Der Landbote)

Erstellt: 26.10.2015, 11:41 Uhr

Artikel zum Thema

Elf Jahre Haft für «Hanfpapst»-Mord gefordert

Winterthur Die Staatsanwaltschaft spricht von vorsätzlicher Tötung, der Angeklagte macht hingegen Notwehr geltend. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!

Kommentare