Bildung

Gymiprüfung wird nur scheinbar strenger

Statt einer 4,5 braucht es künftig eine Note von 4,75, um es ins Gymi zu schaffen.

Die Noten bei der Gymiprüfung werden in Zukunft höher ausfallen.

Die Noten bei der Gymiprüfung werden in Zukunft höher ausfallen. Bild: Keystone

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Anna hat den Stoff in der Primarschule immer mit Leichtigkeit verstanden. Der mathematische Dreisatz macht ihr Spass. Ihre Aufsätze sprühen vor Einfallsreichtum und treffen das Thema auf den Punkt. Mit einer 5,5 als Erfahrungsnote in den Fächern Deutsch und Mathematik meldet sich Anna zur Gymiprüfung an.

Wenige Tage nach der Prüfung erhält Anna einen Brief. Man gratuliert ihr zur Aufnahme ans Gymnasium. Sie hat den notwendigen Schnitt von 4,5 gerade noch erreicht – mit einer 3,5 als Prüfungsnote. Anna freut sich. Allerdings nagt die tiefe Prüfungsnote an ihrem Selbstbewusstsein. Eine 3,5 hat sie während der ganzen Primarschulzeit kaum je geschrieben.

Die Erfahrung, die Anna gemacht hat, ist kein Einzelfall. «Die im Vergleich zu den Vornoten tiefen Prüfungsnoten haben in der Vergangenheit immer wieder zu Irritationen geführt», sagt Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes.

Auf August 2020 tritt nun eine neue Verordnung in Kraft. Der verlangte Notenschnitt wird darin von 4,5 auf 4,75 erhöht. So will man das Problem der «schiefen Notengebung» beheben. Wird es also schwieriger, den Sprung ins Gymnasium zu schaffen? Mitnichten. Anna aus unserem Beispiel besteht die Aufnahmeprüfung trotzdem. Statt einer 3,5 erhält sie als Prüfungsnote neu aber eine 4,0, um auf den Schnitt von 4,75 zu kommen. Bei der Korrektur der Prüfung wird ein etwas weniger strenger Massstab angewendet.

Das hilft nicht nur dem Selbstbewusstsein der Schüler. Die Lehrerinnen und Lehrer sind auch nicht mehr gezwungen derart tiefe Noten zu verteilen. Auf die Aufnahmequote wirkt sich die Massnahme laut Niklaus Schatzmann nicht aus.

Neu wird auch für die Schülerinnen und Schüler, die ab der Sekundarschule ins Kurzgymi eintreten wollen, wieder eine Erfahrungsnote zählen. Diese setzt sich zu je einem Fünftel aus den Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch sowie Naturwissenschaften und Technik zusammen.

Erstellt: 12.04.2019, 20:28 Uhr

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