Tierseuche

Fuchsbandwurm im Kinderzoo Rapperswil

In Knies Kinderzoo in Rapperswil hat sich ein Kattaweibchen mit dem Fuchsbandwurm infiziert. Ans Licht gekommen ist die Krankheit durch Zufall.

Der Fuchsbandwurm wurde kürzlich bei einem Kattaweibchen in Knies Kinderzoo festgestellt.

Der Fuchsbandwurm wurde kürzlich bei einem Kattaweibchen in Knies Kinderzoo festgestellt. Bild: Symbolbild/Keystone

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Mit der warmen Jahreszeit steigt die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken. Schweizweit steigt die Zahl der Infektionen. Sogar in Knies Kinderzoo in Rapperswil ist es nun zu einem Fall gekommen. Bei einem Kattaweibchen, die zur Gattung der Lemuren gehören, ist vor Kurzem eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm aufgetreten. Der Kinderzoo bestätigt auf Anfrage der Linthzeitung eine entsprechende Meldung aus der aktuellen Tierseuchenliste des Bundes.

Kaiserschnitt brachte Infektion ans Licht

Ans Licht gebracht hatte die Krankheit die Geburt eines Lemurenbabys: Die Infektion sei als Zufallsbefund im Rahmen eines Kaiserschnitts festgestellt worden, sagt der für den Kinderzoo zuständige Veterinär Wolfgang Zenker. Während der Operation sei ihm die vergrösserte Leber des Tieres aufgefallen. Eine Biopsie (Untersuchung von entnommenem Gewebe) habe schliesslich die Infektion mit dem Fuchsbandwurm bestätigt. Weil das Lemurenweibchen dem Erreger nur als Zwischenwirt diente, habe für die Zoobesucher aber zu keiner Zeit eine Ansteckungsgefahr bestanden, sagt Zenker. Anders als der Endwirt (der Fuchs) streue der Zwischenwirt keine Fuchsbandwurmeier, weil sich die Larven im Zwischenwirt nicht richtig entwickeln könnten, erklärt Zenker.

Bei einem Tier mache eine medizinische Behandlung in diesem Krankheitsstadium keinen Sinn., Wolfgang Zenker, Veterinär

Die Folge beim Zwischenwirt sind «Brutblasen», die in befallenem Gewebe wachsen. Kattas seien, wie etwa auch Gorillas, als Zwischenwirt anfälliger als etwa der Mensch. Wie sich der betroffene Katta mit dem Fuchsbandwurm infiziert hat, gälte es nun zu klären, sagt Zenker. Die Vermutung liege nahe, dass dies über das Futter geschehen sei. «Wir müssen nun prüfen, ob das Gemüse, das an die Tiere verfüttert wird, aus verseuchten Gebieten stammt», sagt Zenker. Dies, damit sich nicht weitere Lemuren mit dem Parasiten anstecken. Auch erwäge der Zoo nun verschiedenste Optionen, um das Futter für die Kattas künftig anders aufzubereiten – etwa zu kochen. Um allfällige Erreger abzutöten, müsste das Gemüse rund 30 Minuten bei 70 Grad gekocht werden. Das erkrankte Kattaweibchen durfte nach der Operation wieder zurück ins Lemurenhaus.

Bei einem Tier mache eine medizinische Behandlung in diesem Krankheitsstadium keinen Sinn, sagt Zenker. Wie lange das Kattaweibchen noch zu leben habe, hänge davon ab, wie viel von der Leberfunktion noch erhalten sei. «Im besten Fall kann das Tier noch Monate bis Jahre leben.» Weil auch für andere Tiere keine Ansteckungsgefahr bestehe, sei eine Isolation nicht nötig.

Erstellt: 06.05.2019, 14:13 Uhr

So schützen Sie sich

Beeren und Gemüse gut waschen

Das Bundesamtes für Gesundheit rät, alle bodennah wachsenden Waldfrüchte wie Beeren und Pilze sowie auch Gemüse, Salat und Beeren aus Freilandkulturen sowie Fallobst vor dem Essen gründlich zu waschen – oder besser noch: zu kochen. Auch beim Umgang mit mäusefangenden Katzen und Hunden sei gute Hygiene angezeigt: Die Tiere sollten regelmässig entwurmt werden. Denn auch im Fell der Haustiere könnten die Wurmeier haften.

Die Krux des Fuchsbandwurms: Er bleibt bei Menschen oft lange unentdeckt. Erst im späteren Krankheitsverlauf treten Schmerzen, Gelbsucht, Übelkeit und Fieber auf. Unbehandelt führt der Parasitenbefall meist innert zehn Jahren zum Tod.

Rechtzeitig diagnostiziert, können die Parasiten operativ entfernt werden. Zudem lässt sich die Infektion mit einer medikamentösen Langzeittherapie kontrollieren. (ran)

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