Brütten

Frisch, frech, fröhlich, frei

1500 Kinder und Jugendliche haben am Wochenende in Brütten um die Wette geturnt. Auf der Spielwiese war es gestern Nachmittag teilweise so laut, dass man die von Kloten aus startenden Flugzeuge kaum hörte.

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Auf den ersten Blick ist es das reine Chaos. Hunderte Kinder rennen auf der Wiese herum und werfen sich Bälle zu. Dazwischen stehen Eltern, Leiterinnen und Leiter. Sie klatschen, jubeln, brüllen Anweisungen. Die Geräuschkulisse ist so laut, dass es kaum auffällt, wenn ein Flugzeug über Brütten hinwegzieht.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man eine Ordnung im Gewusel. Die Kinder spielen auf 16 Spielfeldern Jäger- und Linienball. Die Erwachsenen verteilen sich auf die Zwischenräume. Auch sonst beginnt man Nuancen festzustellen.

Auf Platz 7 ist es im Moment besonders laut: Dort liefern sich zwei Jugendriegen aus Seen und Oberwinterthur gerade ein Stadtderby. Die Fans an den Seitenlinien versuchen sich gegenseitig mit «Hopp Oberi» und «Hopp Seen» zu übertönen. Immerhin beim Fangesang kann Oberwinterthur mithalten.

Bei dem Anfeuerungsrufen gibt es klare Altersunterschiede: «Super! Bravo! Hopp, hopp!», tönt es aufmunternd bei den Kategorien der Kleinen. «Schlafsch oder was? Jetzt mach emal! Pass doch gopferteli uf!», hört man bei den Grösseren. Den guten Ratschlägen wird da wie dort wenig Folge geleistet. Die meisten Kinder sind so fest bei der Sache, dass sie nichts ringsum wahrnehmen.

Turner sind Frühaufsteher

1500 Kinder aus 39 Jugendriegen haben am Wochenende in Brütten ihre Kräfte gemessen. Gleichzeitig fanden im Kanton vier weitere Jugendsporttage statt. Die Einzelwettkämpfe am Morgen starteten um 8 Uhr. Je nach Anreiseweg bedeutete das: Die jungen Turnerinnen und Turner mussten über eine Stunde früher aufstehen als an einem Schultag.

Fast noch mehr Gedränge als auf den Spielfeldern herrscht am Glacestand. Der Verkäufer zapft Softeis im Akkord. Er hat offenbar gut vorgesorgt. Einzig die Servietten sind ihm am Nachmittag längst ausgegangen. Der zweite «Hotspot» auf dem Areal des Schulhauses Chapf ist der Brunnen auf dem Pausenplatz.

Er ist innen hellblau gestrichen wie ein Swimmingpool und wird – so weit das bei 20 Zentimeter Wassertiefe möglich ist – auch als solcher genutzt. Trotz der Hitze wird kein Kind mit Sonnenstich auf den Samariterposten eingeliefert. Dort haben über die beiden Tage neun Personen des Samaritervereins Brütten Schichten übernommen.

Etwa 30 Kinder pro Tag seien behandelt worden, berichten Rudolf Städelin und Maria Ritter. Gravierende Verletzungen hat es keine gegeben: «Schürfungen, Prellungen, zwei Verbrennungen, ein überdehnter Knöchel und ein Bienenstich.»

Zu schnell für den Sonnenhut

Nach den Ballspielen wird die Wiese blitzschnell für die Pendelstafetten umgerüstet. Nochmals reiht sich das Publikum auf und bejubelt jeden Lauf. Einige spurten so schnell, dass es ihnen die Dächlikappe vom Kopf weht.

Die Zugabe ist die Rangverkündigung. Im Hintergrund des Siegerpodests auf der schön gelegenen Brüttener Anlage grüssen die verschneiten Alpengipfel. Vor diesem Panorama holten gestern auffallend häufig Turnerinnen und Turner des TV Seen eine ­Medaille ab. Doch ein Abzeichen gibts für alle. Das glänzt auch wie eine Medaille.

Erstellt: 23.05.2016, 08:41 Uhr

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