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Flughafen verkauft Beteiligung in Indien

Die Flughafen Zürich AG verkauft ihre 5-Prozent-Beteiligung am Bangalore International Airport für 48,9 Millionen Dollar. Damit zieht sich die Betreibergesellschaft gänzlich aus Indien zurück.

Die Flughafen Zürich AG verkauft ihre Beteiligung am Flughafen von Bangalore in Indien (Bild).
Die Flughafen Zürich AG verkauft ihre Beteiligung am Flughafen von Bangalore in Indien (Bild).
Keystone

Mit dem Verkauf zieht sich die Betreibergesellschaft des Zürcher Flughafens gänzlich aus Indien zurück. 2009 hatte die Flughafen Zürich AG bereits einen 12-Prozent-Anteil an dem Flughafen verkauft. Damit hatte sie rund 100 Millionen Franken eingenommen.

Das Engagement in Indien hat sich für die Flughafen Zürich AG folglich gelohnt: Ursprünglich hatte sie rund 15 Millionen Franken in das Flughafenprojekt investiert.

Einen Fuss nach Indien gesetzt hatte die Flughafen Zürich AG im Jahr 2001. Damals wurde die Gesellschaft als Betreiberin und Mitinvestorin für den Bau und Betrieb des neuen Interkontinentalflughafens in Bangalore ausgewählt.

Zum Konsortium gehörten neben dem Flughafen Zürich auch Siemens und der indischen Mischkonzern Larsen & Toubro. 2008 ist der Flughafen mit einjähriger Verspätung eröffnet worden. Seither ist er stark gewachsen. Im vergangenen Jahr wurde er von der britischen Unternehmensberatung Skytrax zum besten Regionalflughafen in Zentralasien gekürt.

Aktive Rolle

Die Betreibergesellschaft des Flughafens Zürich war in Bangalore nicht nur passive Aktionärin. Sie spielte beim Aufbau des neuen Flughafens eine aktive Rolle. Die ersten beiden Chefs des Flughafens, Albert Brunner und Marcel Hungerbühler, waren Schweizer. Seit 2010 ist mit Sanjay Reddy ein Inder Chef des Flughafens.

Im vergangenen Jahr lief dann auch der Betreibervertrag der Flughafen Zürich AG für den Flughafen in Bangalore aus. Dass der Vertrag nicht verlängert wurde, sei keine Enttäuschung, sagte man rund 16 Millionen Franken für den 17-Prozent-Anteil bezahlt, sagte Sonja Zöchling, Mediensprecherin des Flughafens Zürich, der Nachrichtenagentur sda.

Nachdem der Vertrag jedoch ausgelaufen sei, habe sich die Rolle der Flughafen Zürich AG zunehmend zu der einer Minderheitsaktionärin reduziert. Das Zürcher Unternehmen war nur noch mit einer Person im Verwaltungsrat vertreten.

Es sei nicht das Ziel der Auslandsstrategie, Minderheitsanteile an Flughäfen zu halten, sagte Zöchling. Daher habe man beschlossen, die verbliebene Beteiligung von 5 Prozent zu verkaufen. Der Verkauf soll im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

Suche nach Wachstum

Neben Bangalore und dem Hauptsitz in Zürich ist die Flughafen Zürich AG an neun Flughäfen in Lateinamerika und Asien beteiligt. Bei dieser Auslandsstrategie gehe es um Wachstumsmöglichkeiten, sagte Zöchling. Denn das Wachstum am Flughafen Zürich sei begrenzt. Man sei daher laufend auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten.

Diese Auslandsstrategie stösst nicht nur auf Zustimmung: Ruedi Lais, Zürcher SP-Kantonsrat, kritisiert die Aktivitäten: Es sei nicht Aufgabe des Kantons oder der Stadt Zürich, sich in Indien an Flughäfen zu beteiligen, sagte er der Nachrichtenagentur sda. Solche Engagements sollten Privaten überlassen werden. Die Flughafen Zürich AG gehört zu einem Drittel dem Kanton Zürich und zu 5 Prozent der Stadt Zürich.

Flughafen-Sprecherin Zöchling entgegnet, der Kanton profitiere als grösster Aktionär von den Dividenden des Unternehmens. Und zu riskant seien diese Engagements keineswegs. Man habe ja jetzt gesehen, dass die Beteiligung in Bangalore sehr erfolgreich gewesen sei.

SDA/mst

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